Lange Reden von vielen wichtigen Personen gehören zur Eröffnung von großen Veranstaltungen dazu. So auch bei den Salzburger Festspielen, die heuer offiziell mit dem Festakt am 26. Juli starten. Eine Person wird heuer an diesem Tag aber definitiv nicht zu Wort kommen: Festspiel-Präsidentin Kristina Hammer. Sie fehlt schlichtweg auf der Einladung, die dieser Tage offiziell verschickt wurde.
Bundespräsident Alexander Van der Bellen, Landeshauptfrau Karoline Edtstadler, Vizekanzler Andreas Babler, ja sogar Schauspielgrande Klaus Maria Brandauer werden neben der heurigen Festspielrednerin Maria Kalesnikava Grußworte ans Publikum richten. Das ist der Einladung zu entnehmen. Normalerweise ist auch die amtierende Festspiel-Präsidentin fest in diesem Ablauf eingeplant.
Noch vergangenes Jahr war dies der Fall, Hammer erzählte unter anderem über die Historie der Festspiele und begrüßte Ehrengäste. Eine Aufgabe, die 2026 jemand anderes übernehmen wird – vielleicht auch über den 26. Juli hinaus. Denn die Abwesenheit Hammers auf der Bühne könnte ein Zeichen für das generelle Ende ihrer Zeit an der Spitze des Kulturfestivals sein.
Wegen des Vertragsablaufs der deutschen Kulturmanagerin Ende 2026 war die Präsidentschaft wie gesetzlich vorgesehen ausgeschrieben worden. 27 Bewerbungen sind daraufhin eingegangen. Auch von der Noch-Präsidentin selbst, die sich gerne für weitere fünf Jahre in der Führungsposition bei dem Festival gesehen hätte. Neben ihr haben aber auch zehn andere Damen und 16 Männer Interesse an dem Amt bekundet.
Als Nachteil könnten Hammer die Turbulenzen rund um den Skandal des abgesetzten Ex-Intendanten Markus Hinterhäuser ausgelegt werden. Die Deutsche hatte zu dem künstlerischen Leiter kein gutes Verhältnis. Immer wieder war von groben Verwerfungen der beiden hinter den Kulissen die Rede. Offiziell dazu geäußert haben sich in der Vergangenheit weder Hinterhäuser noch Hammer.
Ein neues Gesicht als Präsident oder als Präsidentin würde mit dem Tohuwabohu der vergangenen Monate jedenfalls nicht mehr in Verbindung gebracht werden. Und so die Festspiele in ein neues Kapitel ihrer Geschichte führen.
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