18 Jahre nach dem Grundstückserwerb erfolgte am Donnerstag der Spatenstich für das Rechenzentrum von Google in der 3500-Einwohner-Gemeinde Kronstorf in Oberösterreich. Grund des Baus ist die wachsende Nachfrage nach digitalen Diensten sowie Künstlicher Intelligenz.
Die Entstehungsgeschichte ist länger als die vielen Kabel, die hier bald Unmengen von Daten verarbeiten werden: Bereits 2008 sicherte sich Google ein 70 Hektar großes Grundstück in Kronstorf in Oberösterreich – und erst am Donnerstag, 18 Jahre später, erfolgte der Spatenstich für das erste Rechenzentrum des Internetriesen in Österreich. Es soll den steigenden Bedarf an Rechenleistung für Künstliche Intelligenz und Co. decken, im kommenden Jahr in Betrieb gehen und 100 direkte Arbeitsplätze schaffen, sowie indirekt „tausende weitere Jobs in den Bereichen Bau, Lieferanten und lokale Unternehmen“, wie es von Google heißt.
„Wir haben uns für Oberösterreich entschieden, weil es hier exzellente Rahmenbedingungen gibt“, sagt Christine Antlanger-Winter, Chefin von Google in Österreich und der Schweiz. Die Infrastruktur, qualifizierte Fachkräfte und verlässliche Rahmenbedingungen hätten den Ausschlag für den Standort gegeben.
Viele Geheimnisse bleiben ungelüftet
Der Internetriese machte lange ein Geheimnis um sein Megaprojekt – selbst dann noch, als die ersten Bagger bereits aufgefahren waren. Und lässt auch weiterhin einige Details offen. So will Google nicht verraten, wie viel der Neubau kostet. „Wir nennen zum jetzigen Zeitpunkt keine Investitionskosten“, sagt Antlanger-Winter. Auch die Frage zu weiteren Ausbauplänen, die Google für das Rechenzentrum bereits hegt, blieb unbeantwortet. Zum Energiebedarf gibt es eine vage Auskunft: Die maximale Kapazität liege bei 150 Megawatt.
Einen Teil des Energiebedarfs will der Internetriese mit der eigenen PV-Anlage decken, die am Dach des Datencenters entsteht. Das dürfte allerdings nur ein Bruchteil des gesamten, riesigen Strombedarfs sein. Der Rest kommt von der Austrian Power Grid (APG) sowie der Netz OÖ.
Ein „Googlhupf“ für den Internetriesen
Die Landes- und Gemeindepolitik ist ob der Ansiedlung des Internetriesen hocherfreut – und überreichte dem Weltkonzern gar einen „Googlhupf“-Kuchen. „Gerade jetzt ist das eine Konjunkturbelebung“, sagt Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP), der zudem von einem „starken Signal für den Wirtschafts- und Innovationsstandort Oberösterreich“ spricht, das Folgeinvestitionen auslösen könnte. Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner (ebenfalls ÖVP) sagt: „Google treibt den Ausbau der digitalen Infrastruktur in unserem Land weiter voran, das schafft Arbeitsplätze und stärkt die regionale Wertschöpfung.“
Die Hoffnung, die regionale Wirtschaft werde durch den Bau des Rechenzentrums angekurbelt, hat sich – zumindest im Kleinen – tatsächlich schon bewahrheitet: Die Firma Fließen Oberlininger aus Steyr errichtet eine Toilettenlage für eine Kühlstation des Datencenters. Auftragssume sind rund 1000 Euro.
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