Für viele Weckruf

Iran-Krieg befeuert den Solarboom in Europa

Wirtschaft
23.04.2026 13:25
Porträt von krone.at
Von krone.at

Für Hausbesitzer in ganz Europa ist der Iran-Krieg zu einem Weckruf geworden. Um den explodierenden Kosten zu entkommen, setzen immer mehr von ihnen auf eine eigene Energiequelle auf dem Dach: die Solaranlage. 

Der Boom verdeutlicht, wie geopolitische Schocks die Energiewende beschleunigen können. In Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden hat sich die Nachfrage nach solchen Anlagen seit Kriegsbeginn teils mehr als verdoppelt. 

Solarhandel24 verdreifachte seinen Nettoumsatz im März im Vergleich zum Vorjahr auf fast 70 Millionen Euro und rechnet für April mit einer weiteren Verdreifachung. Das Unternehmen möchte deshalb rund ein Drittel mehr Personal einstellen. Auch Enpal verzeichnete im März einen Auftragsanstieg um 30 Prozent auf 130 Millionen Euro. Der Energiekonzern E.ON berichtet von einer Verdopplung der Kundenanfragen.

Nachfrage-Tal durchschritten
Der aktuelle Boom ist umso bemerkenswerter, als der europäische Solarmarkt im Jahr 2025 erstmals seit fast einem Jahrzehnt leicht geschrumpft war. Ein Grund dafür war die schwache Nachfrage von Privatkunden, nachdem staatliche Förderprogramme ausgelaufen waren.

Gefragt sind dabei komplette Systeme. Die Kunden verknüpfen die Solarpaneele auf dem Dach meist direkt mit Batteriespeichern und Ladestationen für Elektroautos, sogenannten Wallboxen. So kann überschüssiger Strom gespeichert und später genutzt werden.

Eine große Abhängigkeit bleibt jedoch bestehen: Fast 90 Prozent der weltweit installierten Solarpaneele stammen aus China. Dortige Hersteller erklärten jedoch, der Nachfrageschub aus Europa werde kaum ausreichen, um die massiven Überkapazitäten der Branche abzubauen.

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