Wohnraum ist wichtig, die Mietpreise sind aber explodiert. Dagegen kämpft nun auch die Stadt Klagenfurt an und gründete am Mittwoch über die Abteilung Wohnen den ersten gemeinnützigen Bauträger, um günstigere Wohnhäuser zu bauen.
Für mehr leistbare Wohnungen gründete die Stadt Klagenfurt am Mittwoch einen eigenen Bauträger. Die Übertragung in die neue Wohnbaugesellschaft erfolgt am 30. Juni. Wohnbaureferent Patrick Jonke (FSP), Stadtplanungsreferent Ronald Rabitsch (SP), Stadträtin Constance Mochar (SP) und Gerhard Scheucher, Geschäftsführer von „Klagenfurt Wohnen“, stellten das Projekt im Rathaus vor.
1300 Wohnungen könnten gebaut werden
„Ich bin jetzt eineinhalb Jahre in der Politik, heute ist ein Feiertag für mich“, strahlte Ron Rabitsch, der seine Idee zusammen mit Patrick Jonke umsetzen konnte. Beim Thema Wohnen, das alle angeht, gehen auch die SP und FSP gemeinsame Wege. Gerhard Scheucher zieht das ganze auf, er hat den Wohnbau in Klagenfurt aus Minuszahlen zu einem Betrieb gemacht, der Gewinn schreibt. „Laut Nachverdichtungsstudie können wir neue 1300 Stadtwohnungen errichten. Das ist ein Auftrag. 81.000 Quadratmeter stehen für Projekte bereit“, sagt Rabitsch.
Bauträger kann Kredikte aufnehmen
Der neue Bauträger kann sogar Kredite aufnehmen. Ob die Stadt als Bauträger aus rechtlichen Gründen auch Schulen sanieren kann, wird jetzt geklärt. Allein St. Peter würde 27,5 Milliionen Euro kosten.
Am Freitag reisen Rabitsch und Jonke zum Linzer Bürgermeister Dietmar Prammer. „Städte wie Linz mit 50 Prozent gemeinnützigem Wohnungsangebot sind ein Vorbild. Klagenfurt hat ein Angebot von nur sechs Prozent Gemeindewohnungen und 19 Prozent Genossenschaftswohnungen“, sagt Rabitsch. „In Linz hat der eigene Bauträger seit Jahrzehnten Tradition, solche Zahlen wollen wir auch erreichen.“ In Klagenfurt gibt es insgesamt 3102 städtische Wohnungen und 3105 Genossenschaftswohnungen.
Land muss auch der Landeshauptstadt Förderungen geben
„Natürlich muss das Land mitspielen, bisher hat die Stadt keinen einzigen Cent Wohnbauförderung bekommen“, betont Jonke. „Es gibt aber positive Signale.“ Bis 2029 sind die Förderungen vergeben. Zwei Jahre braucht die Stadt sowieso Vorbereitungszeit. Das könnte sich ausgehen. In der St. Veiter Straße und Ramsauer Straße gibt es Projekte, die auf eine Fortsetzung warten. Auch in der Siebenhügelstraße gibt es Wohnblöcke, die erneuert gehören. Da könnte man loslegen. Billigeres Wohnen soll bald auch in Klagenfurt wieder möglich sein.
Vier Millionen für Sanierung
Natürlich werden auch die bestehenden Wohnungen saniert. „Dafür stehen vier Millionen Euro zur Verfügung. 150 Wohnungen kommen dran, die konnten zum Teil gar nicht mehr vermietet werden“, sagt Jonke. Auch er weiß, dass viel mehr Geld für Sanierungen nötig wäre. Wohnen geht parteiübergreifend alle etwas an.
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