Was sorgt für den besonderen Kaffeegenuss? In der „Langen Nacht der Forschung“ können Interessierte dieser Frage in Dornbirn-Steinebach nachgehen. In der Kaffeemanufaktur von Alexander Andres trifft Handwerk auf Präzision und Leidenschaft.
Kaffee zählt zu den meistkonsumierten Getränken der Welt. In Italien wird dieser gern als schneller Espresso an der Bar getrunken. In der Türkei kommt er stark und ungefiltert in die Tasse, fast schon sirupartig. Und in Skandinavien? Da bleibt man gerne länger sitzen, mit einer großen Tasse Filterkaffee und etwas Süßem dazu. Doch was entscheidet eigentlich darüber, wie Kaffee schmeckt? Und welche Geschmacksnoten lassen sich aus den Bohnen herauslocken? Antworten darauf gibt es bei der „Langen Nacht der Forschung“ in Dornbirn-Steinebach.
In der Kaffeemanufaktur von Alexander Andres werden Interessierte in die facettenreiche Welt des Kaffees eingeführt. Es geht um Bohnen, Röstgrade und feine Nuancen – und um die Frage, wie aus den leuchtend roten Kaffeekirschen schlussendlich ein vielschichtiges Geschmackserlebnis wird. Vor rund sechs Monaten hat der Oberländer seine Manufaktur eröffnet und arbeitet seither als selbstständiger Röster und Kaffee-Connaisseur. Der berufliche Werdegang des Unternehmers ist auf den ersten Blick ungewöhnlich. Nach einer Lehre als Zerspanungstechniker maturierte Andres an der HTL für Automatisierungstechnik und Maschinenbau in Bregenz und war danach im Sondermaschinenbau tätig.
Aha-Erlebnis in Brasilien
Eine berufliche Reise führte den Vorarlberger schließlich nach Brasilien – und dort begann eine Geschichte, die sein Leben verändern sollte. In den Arbeitspausen wurde natürlich Kaffee getrunken. „Der hat einfach so unglaublich gut geschmeckt, dass ich mehr darüber wissen wollte“, erzählt Andres. Ein brasilianischer Arbeitskollege lud ihn daraufhin auf seine Kaffeefarm ein. Dieser Besuch hinterließ einen bleibenden Eindruck: „Die Bäume standen ruhig zwischen den Hügeln, lange Reihen an Kaffeepflanzen, viele noch ohne reife Kirschen, aus denen schließlich ein Getränk entstehen sollte, das Millionen Menschen jeden Tag trinken.“
Bis zu diesem Moment hatte Kaffee für den Ingenieur keinen besonderen Stellenwert. Er war Teil des Alltags, etwas, das man morgens trinkt, um munter zu werden. Doch in Brasilien änderte sich sein Blick auf das Getränk grundlegend. „Mir wurde bewusst, dass dahinter ein ausgeklügelter Prozess aus Landwirtschaft, Handwerk und Knowhow steckt. Und dass Kaffee nicht gleich Kaffee ist. Zurück in Österreich hat mich das Ganze nicht mehr losgelassen“, berichtet Andres. Er begann, sich intensiv in die Thematik einzulesen, zu experimentieren und immer tiefer in die Materie einzutauchen. Doch das reichte ihm nicht. Parallel zu seinem Beruf im Maschinenbau und in der Automatisierungstechnik absolvierte der Ingenieur Ausbildungen zum Barista, Kaffeeröster und Coffee Sensorist.
Derzeit vertieft er sein Wissen in einem Lehrgang zum Kaffeeologen – gewissermaßen das Pendant zum Sommelier im Weinbereich. Die Parallelen zwischen Kaffee und Wein sind für Alexander Andres offensichtlich: „Es ist ein überaus spannendes und vielseitiges Produkt. Jeder Jahrgang ist anders“, erklärt der Experte. Während bei Industriekaffee – also jener Ware aus dem Supermarkt – vor allem ein möglichst gleichbleibender Geschmack im Fokus steht, geht es in seiner Manufaktur um das Gegenteil. Andres verwendet ausgewählte Bohnen und arbeitet mit fein abgestimmten Röstprofilen, um den individuellen Charakter hervorzuheben.
Für Neugierige und Entdeckungsfreudige öffnen sich bei der „Langen Nacht der Forschung“ am 24. April 2026 in Dornbirn und Lustenau von 17 bis 23 Uhr Türen zu Laboren und Werkstätten. Es werden breit gefächerte Themen und Stationen für jede Altersgruppe und jeden Wissensstand geboten. Mehr Informationen unter: www.langenachtderforschung.at/vorarlberg
Andres Kaffeemanufaktur, Steinebach 16, Dornbirn, exklusive Kaffees, Siebträger, Mühlen sowie ausgewähltes Equipment
Bestellungen und weiterführende Informationen: www.andres-kaffeemanufaktur.com
„Maschinenbau kommt mir zugute“
Dabei profitiert der vielseitige Unternehmer von seinem technischen Hintergrund: „Das prozessorientierte Arbeiten aus dem Maschinenbau kommt mir zugute. Ich bin auch beim Kaffee sehr datenorientiert und betrachte vieles aus einer wissenschaftlichen Perspektive. Besonders interessieren mich die biochemischen Vorgänge während des Röstens.“ Mit diesem Wissen hat der Vorarlberger auch seine eigene Kaffeelinie entwickelt. „Functional Coffee“ umfasst Röstungen, die gezielt für unterschiedliche Momente gedacht sind – ob voll fokussiert bei der Arbeit oder entspannt in der Kaffeepause. Am Standort in Steinebach lädt er dazu ein, selbst tiefer einzutauchen: Bei Workshops können Besucherinnen und Besucher mit professioneller Unterstützung an ihrer eigenen Röstung tüfteln oder sich bei Verkostungen auf eine aromatische Entdeckungsreise begeben. Dabei wird schnell klar, wie vielschichtig Kaffee sein kann.
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