Rattengift in Babybrei

Weitere Handelsketten nehmen HiPP-Gläser aus Regal

Österreich
20.04.2026 14:16
Porträt von krone.at
Von krone.at

Jetzt ziehen weitere Handelsketten die Reißleine: Nach dem Gift-Schock um Babynahrung hat die Drogeriekette dm-Österreich und auch die Rewe-Gruppe reagiert und betroffene Gläser vorsorglich aus dem Verkauf genommen. Hintergrund ist der Fund eines mit Rattengift belasteten HiPP-Gläschens in einem Spar-Markt in Eisenstadt – ein zweites Glas ist weiterhin verschwunden.

„Auch wenn es keine Empfehlungen oder Anweisungen der Behörden gibt, nehmen wir das betroffene Produkt vorsorglich aus dem Verkauf“, teilte dm am Montag mit. Zusätzlich würden sämtliche HiPP-Gläser in den Filialen und Verteilzentren überprüft. Für verunsicherte Kunden gilt weiterhin die Rücknahme-Garantie.

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Auch wenn es keine Empfehlungen oder Anweisungen der Behörden gibt, nehmen wir das betroffene Produkt vorsorglich aus dem Verkauf.

Drogeriekette dm-Österreich

Gesundheitsministerin Korinna Schumann zeigte sich angesichts der Entwicklungen tief betroffen: „Es ist zutiefst bestürzend, dass jemand offenbar bereit ist, aus kriminellen Motiven die Gesundheit von Babys zu gefährden“, betonte sie. Ein detaillierteres toxikologisches Gutachten zum ersten sichergestellten Glas steht indes noch aus.

Konkret geht es um das Produkt „HiPP Gemüsegläschen Karotte mit Kartoffel“ (190 Gramm).
Konkret geht es um das Produkt „HiPP Gemüsegläschen Karotte mit Kartoffel“ (190 Gramm).(Bild: APA/TOBIAS STEINMAURER)

„Seien sie jetzt besonders wachsam“
Gleichzeitig richtete die Ministerin einen eindringlichen Appell an Eltern: „Ich bitte alle Eltern in Österreich: Seien Sie jetzt besonders wachsam, verwenden Sie das betroffene Produkt nicht und zögern Sie im Zweifel keine Sekunde, Hilfe zu holen – etwa bei der Notrufnummer 144 und der Vergiftungsinformationszentrale unter 01-4064343. Die Gesundheit Ihrer Kinder steht an erster Stelle.“

Die Behörden arbeiten laut Schumann eng zusammen: „Die zuständigen Behörden arbeiten eng zusammen, vom Gesundheitsministerium über die AGES bis hin zur Polizei, um die notwendige Information der Öffentlichkeit sicherzustellen. Mir ist besonders wichtig: Bitte lassen Sie jetzt äußerste Vorsicht walten, solange noch nicht alle Umstände vollständig geklärt sind.“

Spitäler, Pflegeeinrichtungen sowie Kindergärten informiert
Die Ermittlungen konzentrieren sich weiterhin auf ein zweites, möglicherweise ebenfalls manipuliertes Glas, das – wie das bereits sichergestellte Produkt – aus einem Spar-Markt in Eisenstadt stammen soll. Polizeiangaben zufolge wurden bereits Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen sowie Kindergärten informiert. Die Suche wurde zudem auf umliegende Gemeinden ausgeweitet.

Polizei bittet um Hilfe

Hinweise nimmt die Polizei weiterhin unter +43 59133 10 3333 entgegen.

Auch internationale Behörden sind eingeschaltet: Ungarn wurde informiert, Hinweise kamen zudem aus Deutschland. In Tschechien und der Slowakei wurden ebenfalls markierte Gläser sichergestellt. Diese sollen einen weißen Aufkleber mit rotem Kreis am Glasboden tragen.

Rewe Group gibt Entwarnung
Die Staatsanwaltschaft Eisenstadt ermittelt wegen vorsätzlicher Gemeingefährdung. Ob es sich um einen Erpressungsfall handelt, ist derzeit noch unklar. Konkret geht es um das Produkt „HiPP Gemüsegläschen Karotte mit Kartoffel“ (190 Gramm). Das erste belastete Glas wurde am Samstag in Schützen am Gebirge entdeckt.

Vorsorglich nahm auch die Rewe-Gruppe das Produkt bei Bipa, Billa, Billa Plus und Adeg aus dem Verkauf. „Diese Rücknahme erfolgt rein präventiv, ohne Verdachtsmomente in unseren Märkten, ohne Anweisung der Behörden oder der Firma Hipp“, hieß es am Montag. Die Firma Hipp habe Rewe offiziell informiert, dass die Hipp-Babykostgläschen in diesen Märkten nicht betroffen sind.

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