Eine Türkin fuhr im wahrsten Sinne des Wortes die Krallen gegen ihren Gatten aus und drohte damit, ihn umzubringen. Für die 47-Jährige hatte dies ein gerichtliches Nachspiel. Am Landesgericht in Feldkirch kam sie allerdings mit einer Diversion davon.
Am Landesgericht Feldkirch zeigte sich am Montag ein eher ungewohntes Bild – nicht der „klassische“ Fall häuslicher Gewalt, bei dem Männer auf der Anklagebank sitzen, sondern dessen Umkehrung: Eine 47-jährige türkische Staatsbürgerin, seit 2020 in Österreich und bislang unbescholten, musste sich wegen gefährlicher Drohung und Nötigung verantworten. Gemäß Anklage soll die rabiate Gattin ihren Ehemann Ende 2025 bzw. Anfang 2026 mehrfach mit dem Umbringen bedroht haben. Besonders bemerkenswert: Sie hatte angekündigt, seinen Sohn so zu erziehen, dass dieser ihn eines Tages töten werde.
Kratzwunden am Rücken
Bei einem weiteren Vorfall soll sie versucht haben, dem Mann das Handy abzunehmen. Dabei habe sie ihn am Kragen gepackt und gekratzt – mit dem Ergebnis, dass dieser Kratzwunden am Rücken davontrug. Die Angeklagte wies die Vorwürfe zurück. Die Beziehung sei schlicht „angespannt“ gewesen, Streit habe sich oft „wegen Kleinigkeiten“ entzündet und sei dann eskaliert. Seit rund zwei Monaten geht das Paar getrennte Wege – womöglich eine der ruhigeren Entwicklungen in dieser Geschichte.
Der 55-jährige Ehemann bestätigte im Zeugenstand, dass es zu körperlichen Auseinandersetzungen gekommen war. Nach der Beweisaufnahme entschied sich das Gericht für einen pragmatischen Zugang: Der Richter bot eine Diversion an. Die Angeklagte übernahm die notwendige Verantwortung, die Geldbuße wurde mit 300 Euro festgesetzt. Ein vergleichsweise überschaubarer Betrag für eine aufgeladene Geschichte. Wird die Summe fristgerecht bezahlt, endet das Verfahren ohne Verurteilung und ohne Eintrag ins Strafregister – gewissermaßen ein juristischer Schlussstrich unter einer Beziehung, die zuvor offenbar alles andere als leise verlief.
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