Der Sporthändler Hervis zieht einen klaren Schnitt: Nur wenige Monate nach dem Eigentümerwechsel wird das Auslandsgeschäft mit sofortiger Wirkung abgestoßen. 43 Filialen in drei Ländern gehen an einen bislang unbekannten Investor – während sich nun alles auf Österreich konzentrieren soll.
Die neuen Eigentümer von Hervis, Sven Voth und Udo Schloemer, haben das Auslandsgeschäft des Unternehmens verkauft. Betroffen sind insgesamt 43 Standorte, davon 21 in Slowenien, 18 in Kroatien und vier in Deutschland.
Wie das Unternehmen am Montag mitteilte, übernimmt ein nicht namentlich genannter Investor „mit sofortiger Wirkung“ die operative Führung der Auslandstöchter. Angaben zur Identität des Käufers oder zu finanziellen Details wurden nicht gemacht.
Eigentümerwechsel erst Anfang des Jahres
Hervis war erst Anfang des Jahres vom Salzburger Handelskonzern Spar verkauft worden, nachdem sich das Unternehmen nach mehr als 50 Jahren von seiner verlustbringenden Sporthandelstochter getrennt hatte. Neue Eigentümerin ist die in Wien ansässige Quantum Investment Holding GmbH, an der laut Firmenbuch Sven Voth und Udo Schloemer jeweils zur Hälfte beteiligt sind.
Fokus liegt nun auf Österreich
Mit dem Verkauf des Auslandsgeschäfts soll nun eine strategische Neuausrichtung erfolgen. „Jetzt vollständig“ wolle man sich auf das Kerngeschäft in Österreich konzentrieren, erklärte Geschäftsführer Markus Hupach. Der Investor der Auslandstöchter werde indes die nächsten Schritte prüfen.
Parallel dazu läuft weiterhin die Evaluierung des Österreich-Geschäfts. Konkrete Entscheidungen und weitere Weichenstellungen kündigte das Unternehmen für die kommenden Monate an. Bereits zuvor hatte die neue Führung Restrukturierungsmaßnahmen für das Frühjahr in Aussicht gestellt.
Mehr als 100 Millionen Euro Verlust
Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund eines angespannten Marktumfelds. Der Sporthandel gilt in Österreich als stark umkämpft. Hervis hatte in den Jahren 2023 und 2024 Verluste von mehr als 100 Millionen Euro angehäuft. Allein 2023 lag der Abgang inklusive Abschreibungen bei 64 Millionen Euro, im Jahr darauf bei 43 Millionen Euro. Auch der Umsatz entwickelte sich zuletzt rückläufig und sank von 261 auf 253 Millionen Euro. Zahlen für das laufende Jahr liegen noch nicht vor.
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