1:0 gegen Slowenien

Erster ÖFB-Sieg seit Oktober 2025 „sehr befreiend“

Fußball International
06.06.2026 10:36
Porträt von krone Sport
Von krone Sport

Österreichs Frauen-Fußball-Nationalteam ist zu einem ganz wichtigen Zeitpunkt die Rückkehr auf die Siegerstraße gelungen. Durch den 1:0-Erfolg im vorletzten Gruppe-A4-Spiel der WM-Qualifikation in Wien gegen Slowenien deutet alles darauf hin, dass Kapitänin Sarah Puntigam und Co. in der Endabrechnung als Tabellendritter durchs Ziel gehen. Die Karten im Kampf um ein WM-Ticket haben sich somit beim Einstand von Neo-Coach Lars Söndergaard gleich einmal deutlich gebessert.

  Slowenien muss zum Abschluss in Ljubljana gegen Gruppensieger Deutschland gewinnen, um an der einen Zähler davor liegenden ÖFB-Truppe eventuell noch vorbeiziehen zu können. Bei Punktegleichheit würde nämlich mit hoher Wahrscheinlichkeit das aktuell um sechs Treffer bessere Torverhältnis für Österreich sprechen. Am Dienstag (18.00 Uhr) wartet auf den Pool-Dritten noch ein Auswärtsspiel in Oslo. „Ich bin so lange im Fußball, dass ich weiß, dass sehr viel passieren kann. Der 3. Platz ist noch nicht sicher“, sagte Söndergaard. Natürlich hoffe er aber, dass Deutschland mit voller Kraft gegen Slowenien auftreten werde. „Wichtig ist aber, dass wir schauen, dass wir selbst ein gutes Ergebnis aus Norwegen mitbringen.“

Erster ÖFB-Sieg seit 28. Oktober 2025
Dieses holten die Österreicherinnen am Freitag beim Premierenauftritt im neuen Sportclub-Platz-Stadion und 250. Länderspiel der ÖFB-Geschichte vor 3.350 Fans dank eines Abstaubertors von Katharina Naschenweng (54.). Das führte zum ersten Sieg seit einem 2:0 am 28. Oktober 2025 im Nations-League-Play-off-Rückspiel gegen Tschechien in der Wiener Generali Arena und nach sechs sieglosen Auftritten. „Ich weiß nicht, wie viel von meiner Handschrift schon zu sehen war, aber im Großen und Ganzen bin ich mit der Leistung sehr zufrieden“, resümierte der 67-jährige Däne.

  Die Abwehrleistung sei sehr gut gewesen, zudem habe man in der Offensive, wo Eileen Campbell (42./Stange) und Naschenweng (72./Latte) auch Aluminiumtreffer verzeichneten, mehr Chancen als zuletzt vorgefunden. Steigerungspotenzial gebe es allerdings reichlich. Vor der Pause sorgten Überzahlsituationen der Sloweninnen auf der Seite für Probleme im ÖFB-Spiel. Nach einer diesbezüglichen Pausenkorrektur wurde es nur in der Schlussviertelstunde noch einmal hektisch. In der letzten Aktion des Spiels rettete bei einem Schuss von Izabela Krizaj (93.) die Latte für die Gastgeberinnen.

  „In den letzten Minuten sind meine Spielerinnen nervös geworden, da waren wir zu passiv und Slowenien hat mit großem Risiko nach vorne gespielt“, erläuterte Söndergaard. Das Glück meinte es aber gut mit ihm. Die erste Aufgabe des seit Ende April amtierenden Coaches konnte damit positiv abgehakt werden. Sehr zur Freude auch der Spielerinnen, für die der Trainerwechsel seine Wirkung nicht verfehlte. „Bei einem Trainerwechsel ist immer ein anderer Schwung drinnen, jeder will sich zeigen, das hat man die ganze Trainingswoche gesehen“, unterstrich Naschenweng.

El Sherif: Start von „etwas hoffentlich Großem“
Für das Trainerteam wichtige Inhalte seien dem Team so kompakt wie möglich nahegebracht worden. „Es waren viele gute Inhalte und es war genau die richtige Dosis“, betonte die Bayern-Spielerin. Laut Torfrau Mariella El Sherif habe es den „neuen Input“ nach der Trennung von Alexander Schriebl gebraucht. „Einige der taktischen Vorgaben wurden gut umgesetzt, einiges ist noch nicht ganz so gut gelungen. Es ist aber erst der Start von etwas hoffentlich Großem. Wir werden alles daran setzen, dass es so weitergeht“, sagte die Bremen-Schlussfrau.

Die Grundlage dafür wurde jedenfalls gelegt. „Sieg im Jubiläumsspiel und meinem ersten Spiel. Darauf können wir aufbauen, das gibt Selbstvertrauen für die nächsten Spiele“, betonte Söndergaard. Nicht nur ihm war die Erleichterung ins Gesicht geschrieben. „Wir genießen jetzt einmal, dass wir wieder einmal gewonnen haben. Das tut unheimlich gut“, sagte El Sherif. Bei Naschenweng hörte sich das ähnlich an: „Das war sehr befreiend.“

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