Geht es nach Tirols Arbeiterkammer-Präsident Erwin Zangerl, dann soll es eine Pflicht-Ampel, eine Zuckersteuer sowie ein Werbeverbot für zuckerhaltige Getränke in Österreich geben. Damit will er Maßnahmen gegen Zivilisationskrankheiten setzen.
„Die Bundesregierung muss handeln: mit Informationen auf Verpackungen, Steuer auf Zucker und Werbeverbot für stark zuckerhaltige Getränke!“, fordert Tirols AK-Präsident Erwin Zangerl. Er will damit gegen Zivilisationskrankheiten wie Übergewicht oder Diabetes vorgehen, die auf dem Vormarsch seien.
Noch nie wäre so viel über gesunde Ernährung, Fitness oder Selbstoptimierung gesprochen worden, wie heute. Studien würden dennoch alarmieren, da sich ernährungsbedingtes Übergewicht, Diabetes, Herz-Kreislauf- und andere Zivilisationskrankheiten verbreiten. Diese seien oft chronisch und lebensbedrohlich.
Was für Betroffene ein Leidensweg ist, bringt für das Gesundheitssystem eine große Belastung.

Erwin Zangerl, AK-Präsident Tirol
Bild: Christof Birbaumer
Laut Zangerl seien rund 30 Prozent der Bevölkerung in Österreich übergewichtig. Neun Prozent seien etwa an Diabetes erkrankt. Immer häufiger treffe es auch junge Menschen. „Was für Betroffene ein Leidensweg ist, bringt für das Gesundheitssystem eine große Belastung“, so Zangerl.
Bundesregierung am Zug
„Wann, wenn nicht jetzt, ist der Zeitpunkt gekommen, um gegenzusteuern: für mehr Infos und mehr Gesundheitsbewusstsein“, betont er. Obwohl die wissenschaftliche Faktenlage klar sei und es Best-Practice-Erfahrungen aus anderen Staaten gäbe, die Maßnahmen bezüglich Produktinformation, Bildung bis hin zu einer dezidierten Zuckersteuer umgesetzt haben, hätte sich die österreichische Bundesregierung hier eher in Zurückhaltung geübt.
Zangerl stellt deshalb klare Forderungen an die zuständigen Ministerien:
Keine Differenzierung vorgesehen
Bei diesen Maßnahmen soll nicht zwischen Industrie- und anderen Zuckern differenziert werden. Es soll auf die ernährungsphysiologisch relevante Gesamtmenge abgestellt werden. „Zudem müssen alle Zuckerarten und Süßstoffe gleich behandelt werden, um ein Ausweichen bei den Rezepturen und damit ein Egalisieren des positiven Effektes zu verhindern“, so der AK-Präsident abschließend.
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