Die Auswertung der Smartwatch des verstorbenen Sektionschefs Christian Pilnacek durch zwei IT-Techniker des Bundeskriminalamts war am Donnerstagnachmittag Thema im U-Ausschuss. Ein zweiter IT-Techniker wurde befragt, er gab an, dass ihm sein Kollege gesagt habe, dies müsse zwei „zeitnah erledigt“ werden, weil es sich um einen „wichtigen Fall“ handle.
Der befragte IT-Techniker, von SPÖ-Fraktionsführer Kai Jan Krainer als „Chefzangler“ bezeichnet, hatte bei der Auswertung der Smartwatch mitgewirkt, die Christian Pilnacek in der Nacht seines Todes getragen hatte. Allerdings war der Exekutivbeamte lediglich mit der technischen Herstellung einer Verbindung des Hardware-Kitts betraut, bei der Datensicherung selbst war er nicht dabei.
Fotos nicht veraktet
Allerdings hatte er mehrere Fotos von der Uhr angefertigt, im geöffneten Zustand. Diese legte er am Donnerstag auch dem U-Ausschuss vor, sie wurden in die Akten aufgenommen. Sei er nie gefragt worden, diese Fotos über das allgemeine Beweisverlangen zur Verfügung zu stellen, will Krainer wissen? Der IT-Techniker verneint dies.
Das Hardware-Kitt für die Smartwatch-Auswertung musste extra angeschafft werden, leider sei dies fehlerhaft vom Hersteller geliefert worden, was eine Adaptierung notwendig gemacht hatte. „Ist das Usus?“, will Douglas Hoyos von den NEOS wissen. „Nein, eigentlich nicht.“
Smartwatch ein „exotisches Deposit“
Nina Tomaselli will danach wissen, ob man ihm gesagt habe, von wem die Smartwatch gewesen sei? Ja, das habe er gewusst, antwortet der Technik-Experte. Sein Kollege habe ihn um eine „zeitnahe Erledigung“ gebeten: „Er hat gesagt, das ist ein wichtiger Fall.“ Generell sei man im BKA „sehr sehr selten“ mit Smartwatches konfrontiert: „Das ist ein exotisches Deposit.“ Sonst hätten die IT-Spezialisten dort eher Handys oder Tablets zur Datensicherung.
Eine Veränderung der Daten bei der Übertragung könne er ausschließen, sagt der Techniker auf die Frage von FPÖ-Abgeordneter Irene Eisenhut: „Es gibt nur entweder eine oder keine Datenübertragung.“
ÖVP-Abgeordnete Bettina Zopf fragte direkt, ob auf ihn oder seine Kollegen irgendwie Einfluss oder Druck ausgeübt worden sei? „In keinster Weise“, antwortet der BKA-Bedienstete. Nach knapp eineinhalb Stunden wurde die Befragung beendet. Der Untersuchungsausschuss tritt wieder am 6. und 7. Mai zusammen, wer dann befragt wird, steht bisher nicht fest.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.