Vor 44 Jahren sammelte mit Friedl Koncilia das letzte Mal ein Kärntner bei einer WM einen Einsatz. Am Freitag hat der Klagenfurter Tarik Muharemovic die Durststrecke beendet. Allerdings kickt der 23-jährige Verteidiger für Bosnien und nicht für Österreich.
Verdammt lange ist es her! 1982 sammelte Friedl Koncilia der letzte Kärntner bei der WM in Spanien einen Einsatz. Zwar schafften es mit den Tormännern Wolfgang Knaller und Franz Wohlfahrt sowie Verteidiger Walter Kogler drei Kicker aus dem südlichsten Bundesland zur WM 1998 nach Frankreich, aufs Feld durften sie aber in keiner Partie.
Erste Profieinsätze beim WAC
Nun hat Tarik Muharemovic den Kärntner Fluch beendet. Einziges Manko: Der 23-Jährige läuft für Bosnien und nicht für Österreich auf. Am heutigen Freitag gibt der Innenverteidiger von Sassuolo gegen Kanada sein WM-Debüt. Das überrascht auch Ex-Profi Roman Stary, der Muharemovic bei Bundesligist WAC 2021 als Coach zu dessen Profi-Debüt verhalf.
„Er war sehr ruhig und wissbegierig“
„Weil es nicht absehbar war, dass sich Bosnien überhaupt qualifiziert“, lacht Stary. „Er war damals erst 17 Jahre alt und sehr ruhig. Aber auch sehr wissbegierig. Dass bei ihm alles so aufgegangen ist, ist einfach unglaublich!“ Nach sechs Bundesliga-Einsätzen beim WAC zog er weiter in den Nachwuchs von Juventus Turin. Von dort wechselte er zu Sassuolo, wo in der Vorsaison den Aufstieg in die Serie A gelang.
„Auch Klubs aus England sollen an ihm dran sein“
Die WM bietet für Muharemovic, dem ja bereits Interesse von Inter Mailand und Ex-Klub Juventus nachgesagt wurde, eine weitere Plattform sich zu präsentieren. „Auch Klubs aus England sollen an ihm dran sein“, weiß Stary. „Aber er spielt in der Serie A, damit braucht man sich auch nicht verstecken!“
Fußballverrückte Familie
Doch Tarik ist nicht der einzige begnadete Kicker in der Familie. Sein Bruder Kenan steht im Kader bei Zweitligist Rapid II. Cousin Vahid führt das österreichische Futsal-Nationalteam als Kapitän an.
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