Die Mitglieder der Vorarlberger Landesregierung haben eine Notfallzulassung für das umstrittene Spritzmittel „Movento“ verabschiedet – sehr zum Missfallen der Grünen. Die Ökopartei warnt vor der Verwendung und will in einer Landtagsanfrage die Gründe für die Notfallzulassung herausfinden.
„Ohne ausreichend zwischen den landwirtschaftlichen Interessen und den Risiken für Mensch und Natur abzuwägen, hat Landesrat Gantner still und heimlich eine Notfallzulassung für das Spritzmittel Movento bewilligt“, empören sich die Vorarlberger Grünen um Landwirtschaftssprecherin Christine Bösch-Vetter . Damit würden die Mitglieder der Landesregierung leichtfertig Gesundheitsrisiken in Kauf nehmen.
In einer Landtagsanfrage wollen die Grünen nun wissen, warum die Vorarlberger Landesregierung die Notfallzulassung des giftigen Spritzmittels „Movento“ bewilligt hat. Ganz konkret fragt Bösch-Vetter, ob eine gründliche Prüfung der gesundheitlichen Risiken im Vergleich zum landwirtschaftlichen Nutzen erfolgt sei und wie diese aussehen. Außerdem ersucht die Landwirtschaftssprecherin um Information, ob Alternativen zum giftigen Spritzmittel geprüft wurden. Eine Zulassung dürfe nämlich nur erfolgen, wenn ein Notstand für die Landwirtschaft vorliegt. In diesem Fall ist dies aus Sicht von Bösch-Vetter nicht der Fall.
Bösch-Vetter sieht Gefährdung für Mensch und Tier
„Dass die Landwirtschaftskammer die Problematik bei dem potentiell die Fruchtbarkeit beeinträchtigenden Spritzmittel kleinredet, ist selbstredend. War es doch die Kammer, die die Notfallzulassung beantragt hat. Landesrat Gantner hat aber Verantwortung gegenüber der Bevölkerung. Giftige Spritzmittel dürfen nur zugelassen werden, wenn sichergestellt ist, dass keine Gefährdung für Mensch und Natur besteht“, stellt Bösch-Vetter klar.
Notfallzulassung im Burgenland abgelehnt
Das Insektizid „Movento“ beeinträchtigt die Fruchtbarkeit und schädigt das ungeborene Kind. Es ist auch giftig für Bienen, Nutzinsekten und Fische. Das Land Burgenland hat deshalb nach eingehender Prüfung eine Notfallzulassung von Movento abgelehnt. „Eine solche gründliche Prüfung hätten wir uns auch für Vorarlberg erwartet. Es kann nicht sein, dass immer öfter giftige Spritzmittel durch die Hintertüre über Notfallzulassungen zum Einsatz kommen und damit auf unseren Tellern landen.“
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