Machtkampf im Handel

Kaum Konkurrenz: Giganten dominieren Branche

Wirtschaft
21.01.2026 16:58
Porträt von krone.at
Von krone.at

Wenige Giganten gewinnen im österreichischen Einzelhandel immer mehr Macht. Oft wird der Lebensmittelhandel als Beispiel für diese Entwicklung genannt, doch am stärksten trifft es einen anderen Bereich.

Besonders deutlich zeigt sich der Trend nämlich im Drogeriehandel. Führend sind die Ketten dm und Bipa, die mehr als zwei Drittel des gesamten Marktes dominieren, wie eine Langzeitanalyse des Marktforschers RegioData zeigt. In den vergangenen Jahren arbeitete sich auch das deutsche Drogerieunternehmen Müller nach oben. Die größten drei Unternehmen dominierten 2024 fast 86 Prozent des Marktes, für heuer wird ein weiterer Anstieg prognostiziert.

Viele Insolvenzen im Schuhhandel
Eine ähnliche Entwicklung ist im Schuhhandel zu beobachten. Aufgrund zahlreicher Austritte und Insolvenzen kommen immer weniger Unternehmen auf immer größere Marktanteile. In den vergangenen Jahren verließen unter anderem Vögele Shoes, Stiefelkönig, CCC, Delka, Reno, Salamander und Görtz den Markt. Aktuell dominiert die Deichmann-Gruppe, gefolgt von der Humanic-Mutter Leder & Schuh AG.

Das Balkendiagramm zeigt den Marktanteil der drei größten Unternehmen in verschiedenen Handelsbranchen für die Jahre 2014 und 2024. In den Bereichen Drogerie/Parfümerie und Lebensmittel ist der Marktanteil der Top-3-Unternehmen 2024 am höchsten und jeweils gestiegen. Auch in den Bereichen Sport, Baumarkt, Schuhe, Elektronik ist der Marktanteil 2024 höher als 2014. Nur im Bereich Möbel und Bekleidung ist der Marktanteil leicht gesunken. Quelle: RegioData.

Giganten im Lebensmittelhandel
Besonders hoch ist die Konzentration seit einigen Jahren im Lebensmitteleinzelhandel, was aufgrund der hohen Inflation bei Nahrungsmitteln zuletzt wieder verstärkt thematisiert wurde. Spar, Rewe (u.a. Billa, Penny), Hofer und Lidl haben einen Marktanteil von gut 90 Prozent.

Der Konkurs von Kika/Leiner, von dem Ikea und XXXLutz profitierten, löste zuletzt im Möbelhandel eine Debatte über Marktanteile aus. Doch im Vergleich zu 2014 sank der Marktanteil der Top-3-Unternehmen sogar.

Deutsche Kette führend
Auch im Baumarkthandel kam es zu Marktführerwechseln: Nach dem Notverkauf von Baumax, dessen Filialen großteils in der deutschen Kette Obi aufgingen, wurde diese zum klaren Marktführer. Im Sportartikelhandel wiederum dominieren seit Jahren Intersport und Sport 2000, während der drittgrößte Marktteilnehmer mehrfach wechselte. Aktuell ist Hervis auf Platz drei, der frühere Marktführer Sports Direct (früher Intersport Eybl) ist heute nicht mehr relevant.

Weniger Wettbewerb als in vielen Europa-Ländern
Verglichen mit anderen Ländern attestiert RegioData Österreich eine starke Bündelung auf wenige Anbieter. Im Europa-Vergleich belegt Österreich damit einen der oberen Ränge. Mit einer Umkehr dieser Entwicklung rechnet RegioData in den kommenden Jahren nicht – eher mit einer Fortsetzung. Die Bundeswettbewerbsbehörde betonte zu der Studie auf APA-Anfrage, dass funktionierender Wettbewerb im Einzelhandel ein „entscheidender Hebel“ für leistbare Preise sei, da der Handel letztlich die Preise für Endkundinnen und Endkunden festlege.

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