Auch Tote in Russland

Schlimmste Angriffe auf Ukraine seit Wochen

Außenpolitik
16.04.2026 11:03
Porträt von krone.at
Von krone.at

Bei gewaltigen russischen Luftangriffen auf die Ukraine sind nach Behördenangaben in der Nacht auf Donnerstag mindestens 18 Menschen gestorben und mehr als 100 verletzt worden. Auch aus der südrussischen Region Krasnodar werden Tote gemeldet.

Die Ukraine verzeichnete am Donnerstag die höchste Zahl an Todesopfern, die es binnen 24 Stunden in diesem Jahr bisher gab. Eine weitere Nacht habe bewiesen, dass Russland keine Lockerung der globalen Politik oder die Aufhebung von Sanktionen verdiene, schrieb der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in Sozialen Medien.

Russland attackierte mehrere Regionen des Nachbarlandes in Wellen. Selenskyj sprach unter Berufung auf die Luftwaffe von fast 700 Drohnen sowie von Raketen und Marschflugkörpern, die Russland seit dem Vortag eingesetzt habe. Die meisten ballistischen Raketen zielten demnach auf die Hauptstadt Kiew.

Neun Tote allein in der Hafenstadt Odessa
In der Hafenstadt Odessa am Schwarzen Meer kamen mindestens neun Menschen ums Leben, wie Gouverneur Oleh Kiper mitteilte. Verletzt wurden demnach 23 weitere Personen. Eine russische Drohne traf nach ukrainischen Angaben ein ziviles Frachtschiff vor der Küste. Der Angriff habe einen Brand in einem der Container ausgelöst, teilte Kiper auf Telegram mit. Die Besatzung habe das Feuer jedoch gelöscht. Niemand sei verletzt worden. Das unter der Flagge von Nauru fahrende Schiff habe seine Fahrt fortsetzen können.

In der Hauptstadt Kiew wurden vier Menschen getötet, darunter ein zwölfjähriger Bub, wie die städtische Staatsanwaltschaft mitteilte. Es gab demnach auch mindestens 54 Verletzte. Es seien Mehrfamilienhäuser, Privathäuser, ein Hotel, ein Bürokomplex, ein Autohaus, eine Tankstelle und ein Einkaufszentrum beschädigt worden.

In der ostukrainischen Region Dnipropetrowsk kamen bei russischen Angriffen mit Drohnen, Artillerie und Raketen nach Angaben von Gouverneur Olexander Hanscha vier Menschen ums Leben, 34 seien verletzt worden. Russland habe Drohnen, Artillerie und Raketen eingesetzt. In der ostukrainischen Region Charkiw berichtete Gouverneur Oleh Synjehubow von einer Toten und sechs Verletzten in der Stadt Merefa durch Drohnenbeschuss.

In der südukrainischen Stadt Mykolajiw ist dem Gouverneur der gleichnamigen Region zufolge nach dem russischen Angriff der Strom ausgefallen. Betroffen seien auch Siedlungen in der Umgebung. Die russischen Streitkräfte hätten die Energieinfrastruktur angegriffen. Auch in der ebenfalls im Süden der Ukraine gelegenen Stadt Cherson ist nach Angaben örtlicher Behörden die Stromversorgung gekappt. Der Grund dafür werde noch geprüft. Die gleichnamige Region Cherson liegt östlich der Region Mykolajiw und gegenüber der Halbinsel Krim, die Russland bereits 2014 annektiert hat.

Minderjährige starben in Krasnodar
In der russischen Region Krasnodar am Schwarzen Meer sprach Gouverneur Weniamin Kondratjew von zwei Toten, darunter eine 14-Jährige, und sieben Verletzten nach ukrainischen Drohnenangriffen. Im Landkreis Tuapse sei ein Notstand ausgerufen worden. Drohnentrümmer beschädigten demnach Wohngebäude, zwei Bildungseinrichtungen und eine Musikschule. Trümmer seien auch auf das Gelände einer Fabrik im Hafengebiet gefallen.

In Noworossisjk sei auf einem zivilen Schiff ein Feuer durch Drohnentrümmer entstanden, aber schnell gelöscht worden, schrieb Kondratjew. Am Schwarzen Meer sind Noworossijsk und Tuapse die wichtigsten Häfen für den russischen Ölexport. In Tuapse gibt es auch eine große Raffinerie. Das ukrainische Militär bestätigt einen Angriff auf den Hafen Tuapse. Dort sei Infrastruktur getroffen worden, teilte der Kommandant der Drohneneinheiten auf Telegram mit. Außerdem seien zwei Öllager auf der ukrainischen Halbinsel Krim getroffen worden, die bereits 2014 von Russland annektiert wurde.

Die russischen Streitkräfte haben nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau in der Nacht insgesamt 207 ukrainische Drohnen abgefangen. Wie viele Drohnen die Ukraine tatsächlich abgefeuert hat und wie viele von ihnen Ziele getroffen haben, verriet Russland nicht. Unabhängig überprüfen lassen sich solche Angaben ohnedies nicht. Trümmer abgeschossener Drohnen stürzten nach Angaben örtlicher Behörden auf die Hafenanlage von Tuapse im Süden Russlands und lösten einen Brand aus.

Russland greift die Ukraine umgekehrt seit dem Beginn des umfassenden Angriffskriegs vor mehr als vier Jahren fast jede Nacht mit hunderten Drohnen an. Zuletzt weitete die russische Armee zudem tagsüber ihre Luftangriffe aus.

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