Das russische Verteidigungsministerium hat die Ankündigung neuer Drohnenlieferungen an die Ukraine als Eskalation Europas bezeichnet. Unternehmen, die Drohnen produzieren würden, seien „potenzielle Ziele für die russischen Streitkräfte“, sagte Russlands Ex-Präsident Dmitri Medwedew.
Wie schnell solche Schläge Realität würden, hänge von der weiteren Entwicklung ab, drohte er. Die Produktion von Drohnen für das ukrainische Militär solle durch Fabriken in Europa stark ausgebaut werden, klagte auch das russische Verteidigungsministerium bei Telegram. Zudem nannte es zwei Adressen in München und eine in Hanau, wo angeblich Drohnen hergestellt werden. Wegen Sabotagegefahr hält die deutsche Regierung die Standorte der Betriebe geheim. Bekanntgegeben wurden aber Verträge mit dem Rüstungsunternehmen Raytheon über Patriot-Raketen und mit dem Unternehmen Diehl Defence über Startgeräte für Iris-T-Luftabwehrsysteme.
„Wir werten diesen Beschluss als bewussten Schritt, der zu einer scharfen Eskalation der militärisch-politischen Lage auf dem ganzen europäischen Kontinent und der schleichenden Verwandlung dieser Länder in das strategische Hinterland der Ukraine führt“, heißt es in dem Posting aus dem Kreml weiter. Das russische Militär hat das Hinterland der Ukraine systematisch beschossen und zerstört. Es habe sich entweder um militärische Ziele oder um Energieanlagen gehandelt, die der Versorgung der ukrainischen Rüstungsindustrie dienen, wird argumentiert.
Reaktion auf neue Hilfen
Die jüngsten Drohungen folgen auf weitere Hilfszusagen europäischer Länder an die ukrainische Regierung. Wie berichtet, hatte Deutschlands Bundeskanzler Friedrich Merz am Dienstag eine militärische Zusammenarbeit mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj vereinbart. Auch weitere Regierungen, darunter die britische, sagten der Ukraine ihren Beistand zu. London kündigte an, 120.000 Drohnen für den Krieg zu liefern. Darunter seien weitreichende Angriffsdrohnen, Aufklärungsdrohnen, Logistikdrohnen und solche mit maritimen Fähigkeiten, sagte der britische Verteidigungsminister John Healey.
Unbemannte Fluggeräte seien im März für 96 Prozent der russischen Verluste verantwortlich gewesen, die in diesem Monat mit 35.000 Mann einen Rekord erreicht hätten. „Drohnen haben diesen Krieg bestimmt und sie werden entscheidend sein für seinen Ausgang“, sagte der Labour-Politiker.
Drohnen haben diesen Krieg bestimmt und sie werden entscheidend sein für seinen Ausgang.
John Healey, britischer Verteidigungsminister
Kauf von US-amerikanischen Waffen
Der ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow bedankte sich unterdessen für neue Beiträge von Belgien, Norwegen, Bulgarien, Litauen und Estland für das Programm PURL zum Kauf US-amerikanischer Waffen. „Unsere Prioritäten bleiben gleich, die Flugabwehr hat die oberste Priorität“, sagte er. Details nannte Fedorow nicht.
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