Der Druck an russischen Universitäten wächst: Dass es Russland bei der Rekrutierung neuer Soldaten auch auf Studierende abgesehen hat, ist nicht neu. Jetzt sucht der Kreml für den Krieg gegen die Ukraine besonders junge Videospiel-Fans, die ihr Können an der Front nutzen sollen.
Das russische Militär setzt seinen aggressiven Rekrutierungskurs fort. An Universitäten wird intensiver denn je versucht, Soldaten für das Blutvergießen in der Ukraine zu gewinnen. Um die Studierenden davon zu überzeugen, einzusteigen, werden ihnen vermeintlich „harmlose“ Angebote gemacht.
Leere Versprechen sollen Studierende locken
„Auf dem gesamten Uni-Gelände hängen buchstäblich überall Plakate über die UAV-Streitkräfte (Drohnen-Streitkräfte)“, heißt es etwa in der anonymen Nachricht eines Studenten an CNN. Wie bereits im Jänner berichtet, wird den Studierenden ein Vertrag über „nur ein Jahr“ versprochen, bei dem sie „fernab der Frontlinie“ dienen sollen. Dabei können sie angeblich Hightech-Kenntnisse erwerben.
Rekrutierungsvideos sollen besonders Gamer ansprechen
An den Universitäten würden immer wieder Präsentationen und Videos zur Militärrekrutierung gezeigt, in denen die Vorteile eines Beitritts betont werden. Besonders junge Gamer sollen ihr Können auf eine „sinnvolle“ Art und Weise unter Beweis stellen. In einem Video der Universität von Kasan heißt es: „Man hat euch gesagt, ihr verschwendet eure Zeit mit Videospielen“, dröhnt es aus dem Off eines Videos, das von der Kasaner Universität für Architektur und Bauwesen auf VK (dem russischen Pendant zu Facebook) verlinkt wurde. „Aber es gibt einen Bereich, in dem eure Erfahrung besonders wertvoll ist.“
Videospiel-Begeisterte sollen zu Drohnenpiloten werden
Ein Video der Plechanow-Universität für Wirtschaftswissenschaften in Wolgograd zeigt einen geteilten Bildschirm: Auf der einen Seite ein Gamer, auf der anderen ein Drohnenpilot. Die Bildunterschrift lautet: „Wähle den richtigen Skin.“ Mehrere Stellenanzeigen geben an, dass „E-Sportler“ oder „Gamer“ bei der Bewerbung bevorzugt werden.
Militär arbeitet mit Erpressung
Bei den Versprechen des Militärs handelt es sich vermutlich um eine Täuschung, so CNN. Wahrscheinlich handelt es sich bei dem „einjährigen“ Vertrag um einen normalen, unbefristeten Militärvertrag. Weil viele Studierende den versprochenen Anreizen nicht glauben, greifen die Unis vermehrt zu Zwang und Drohungen, um Soldaten zu gewinnen. Studierende würden sofort exmatrikuliert, wenn sie Studiengebühren auch nur leicht verspätet einzahlen. Studienanfänger würden gezielt angesprochen und ihnen zum Kriegseintritt geraten werden, „um Schulden zu vermeiden“.
Russland gehen die Soldaten aus
Die Anzeichen dafür, dass das System Russlands nicht mehr ausreichen könnte, häufen sich. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj behauptete Ende März, Russland habe bis 2026 bereits 89.000 Soldaten verloren und im selben Zeitraum lediglich 80.000 rekrutiert. Russland veröffentlichte keine Angaben zu seinen eigenen Verlustzahlen.
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