Ifo-Chef besorgt:

“Euro-Länder tricksen bei Etatplanung”

Wirtschaft
05.07.2014 14:18
Umstrittene Haushaltspläne und Tricks bei der Berechnung von Staatsschulden setzen die angespannte Finanzlage vieler Euro-Länder aus Sicht von Ifo-Chef Hans-Werner Sinn zusätzlich unter Druck. Die Regel zur Begrenzung der Neuverschuldung auf maximal drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts sei in Gefahr, wenn die Euro-Mitglieder und die EU selbst immer mehr Schattenetats aufbauten, warnt der Ökonom.

In einem Beitrag für die "Wirtschaftswoche" schreibt der Präsident des Münchner Wirtschaftsforschungsinstituts, "man will sie aushöhlen, indem etwa Ausgaben für Militär, Bildung und Forschung nicht mehr bei den Staatsausgaben mitgerechnet werden". Zudem verleite das "verlockende", anhaltend niedrige Zinsniveau die Staaten dazu, immer neue Schulden zu machen. "Nun lässt sich die Schuldenlawine überhaupt nicht mehr stoppen", kritisiert Sinn.

"Tricksereien sind kein Einzelfall"
Hinzu komme die Definition neuer Haushaltskategorien, um die Finanzierung auf Pump außerhalb der eigentlichen Etats ausweiten. "Die heimliche Devise bei all dem scheint zu sein: Wenn die Banken Schattenhaushalte unterhalten, dann dürfen wir es auch." Die EU-Kommission habe etwa bei der Frage des griechischen Primärüberschusses (ohne Zinslast) andere Zahlen genannt als die Statistikbehörde Eurostat. "Derartige Tricksereien sind kein Einzelfall", schreibt Sinn in dem Magazin.

Mehr Zeit beim Defizitabbau gefordert
In der EU wird derzeit über eine "flexible" Auslegung der gemeinsamen Stabilitätsregeln diskutiert. Vor allem sozialdemokratisch regierte Länder fordern im Gegenzug für schmerzhafte Reformen mehr Zeit beim Defizitabbau. Wachstum und Beschäftigung hätten Priorität, sagte etwa Frankreichs Präsident Francois Hollande. Auch Italiens Regierungschef Matteo Renzi sprach sich für "mehr Spielräume für Wachstum" aus.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Wirtschaft
05.07.2014 14:18
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung