Ein kleines Land am Westbalkan mit großen Ambitionen: Montenegro rückt seinem Ziel eines EU-Beitritts näher – und bekommt dabei prominente Unterstützung aus Wien. Außenministerin Beate Meinl-Reisinger spricht von einer „Win-Win-Situation“, sollte das Land tatsächlich der Europäischen Union beitreten.
Am Mittwoch empfing Meinl-Reisinger ihren montenegrinischen Amtskollegen Ervin Ibrahimović im Außenministerium. Im Zentrum der Gespräche stand der Fortschritt Montenegros in den EU-Beitrittsverhandlungen. Die Ministerin lobte die bisherigen Reformbemühungen des Landes und hob insbesondere Fortschritte bei der Bekämpfung organisierter Kriminalität hervor. Diese seien entscheidend, um Vertrauen in den Staat zu stärken.
„Montenegro hat eine Reihe von Reformen kontinuierlich mit viel Ambition und hartnäckiger Arbeit vorangetrieben“, betonte Meinl-Reisinger. Österreich wolle das Land weiterhin bei der Umsetzung unterstützen. Ziel sei es, die EU langfristig um die Staaten des Westbalkans zu erweitern. Montenegro bezeichnete sie dabei als „Frontrunner“ im Erweiterungsprozess.
Ziel: EU-Mitgliedschaft bis 2028
Ibrahimović bekräftigte das ambitionierte Ziel seines Landes, bis Ende 2028 der Europäischen Union beizutreten. Dafür brauche es jedoch klare Signale aus Brüssel: „Der Westbalkan braucht eine klare Botschaft der EU, dass die Erweiterungspolitik weiter lebt.“ Eine sichere EU könne es nicht geben, solange der südliche Teil Europas außen vor bleibe, so der Minister.
Montenegro wolle dabei nicht als Problem wahrgenommen werden, sondern als Teil der Lösung. Ibrahimović bedankte sich ausdrücklich für die Unterstützung Österreichs und unterstrich die Bedeutung stabiler bilateraler Beziehungen in der Region.
Enge wirtschaftliche Verflechtung
Auch Meinl-Reisinger verwies auf die engen Beziehungen zwischen Österreich und Montenegro. Kooperationen gebe es unter anderem im Kampf gegen Desinformation und Cyberrisiken. Zudem wurde Montenegro in den SEPA-Raum aufgenommen, wodurch Zahlungen seit Oktober 2025 schneller und günstiger abgewickelt werden können.
Wirtschaftlich zählt Österreich zu den wichtigsten Investoren in Montenegro. Besonders im Energiesektor engagieren sich österreichische Unternehmen, etwa beim Bau von Wind- und Wasserkraftanlagen.
Reformen bleiben größte Hürde
Montenegro gilt als das am weitesten fortgeschrittene EU-Beitrittsland: 14 von 33 Verhandlungskapiteln wurden bereits abgeschlossen. Bis Jahresende sollen alle Kapitel abgearbeitet werden.
Dennoch bleiben zentrale Herausforderungen bestehen – vor allem in den Bereichen Justiz, Wahlrecht, Korruptionsbekämpfung und Medienfreiheit. Zuletzt trat 2013 mit Kroatien ein Land der EU bei.
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