EU-Beitritt

Österreich zu Besuch bei Balkans Musterschülern

Außenpolitik
08.10.2025 14:22

2028 als 28. Land der EU beitreten – davon träumen die Montenegriner und ihre pro-europäische Regierung. Zweiter am Start unter den sogenannten „Frontrunnern“ ist Albanien, das 2030 den Beitritt anstrebt. Österreich gehört zu den wichtigsten Unterstützern des Westbalkans. Europaministerin Claudia Plakolm macht gerade eine sechstägige Tour durch sechs Länder.

Österreich ist mit dem Westbalkan geschichtlich und wirtschaftlich eng verbunden. Mit ihrer Reise begibt sich Plakolm auf die Spuren des früheren Außenministers Sebastian Kurz, der Anfang 2016 ebenfalls in sechs Tagen alle Kandidatenländer besucht hatte. Damals war der EU-Beitritt noch in weiter Ferne, nun ist er zumindest für Montenegro und Albanien greifbar.

Plakolm auf den Spuren von Sebastian Kurz
2016 stand neben den Bemühungen um einen EU-Beitritt die berühmte Schließung der Westbalkanroute im Zentrum der Gespräche. Das Thema Migration wird auf den letzten zwei Stationen Plakolms ebenfalls eine wichtige Rolle spielen. Als erstes besuchte die Europaministerin die nordmazedonische Hauptstadt Skopje, wo sie ihren Amtskollegen Orhan Murtezani traf. Es folgte ein Besuch im Kosovo am Montag, Montenegro und Albanien am Dienstag und Mittwoch sowie Serbien und Bosnien-Herzegowina am Donnerstag und Freitag.

Die Westbalkan-Staaten warten schon lange darauf, Mitglieder der EU zu werden – für viele in der dortigen Bevölkerung zu lange. Auf der anderen Seiten hatten die EU-Staaten nach den harten Folgen der Ost-Erweiterungswellen 2004 und 2007 Angst, die eigene Bevölkerung mit der Aufnahme weiterer Staaten neuerlich zu überfordern. Der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine hat den Prozess allerdings beschleunigt, nachdem die überfallene Ukraine – zumindest symbolisch – an die EU herangerückt ist. Das hat den Druck auf Europa erhöht, die Westbalkan-Staaten nicht weiter an leere Versprechen hängenzulassen.

Ein weißer Fleck auf der EU-Landkarte
„Man muss nur auf die Landkarte schauen, um festzustellen, dass mitten in Europa ein großes Stück fehlt, und das sind die Länder des Westbalkan“, so Plakolm. In Montenegro traf Plakolm ihre Amtskollegin Majda Gorčević und Ministerpräsident Milojko Spajić. Der Besuch fiel auf den Tag, an dem Montenegro dem gemeinsamen europäischen Zahlungsraum SEPA beitrat – womit die Überweisungsgebühren zu anderen europäischen Ländern drastisch sinken. Ab 2026 wird der Westbalkan auch Teil der europäischen Gratis-Roaming-Zone sein.

Plakolm besuchte Rabbi Ari Edelkopf.
Plakolm besuchte Rabbi Ari Edelkopf.(Bild: BKA/Florian Schroetter)

Es war gleichzeitig auch der zweite Jahrestag des Hamas-Massakers in Israel am 7. Oktober. Aus diesem Grund stand auch ein Besuch in der Synagoge von Podgorica und ein Treffen mit dem dortigen Rabbi Ari Edelkopf auf dem Programm. Dieser sprach im Beisein Plakolms ein Gebet für den Frieden und die Freilassung jener Geiseln, die auch nach zwei Jahren noch in der Gewalt der im Gazastreifen herrschenden Terrororganisation sind.

Plakolm im Austausch mit Studenten in Tirana
Plakolm im Austausch mit Studenten in Tirana(Bild: BKA/Florian Schroetter)

In der albanischen Hauptstadt Tirana traf Plakolm am Mittwoch Staatsministerin und EU-Chefverhandlerin Majlinda Dhuka und stellte sich den Fragen von Studenten des „College of Europe“. Die jungen Menschen interessierten sich besonders für ihre Chancen am Arbeitsmarkt und in der Forschung in Westeuropa und was die Auswanderung der jungen, gut ausgebildeten Menschen für deren Heimatländer bedeutet.

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