100-Prozent-Marke naht

IWF schlägt Alarm: Schulden erreichen Rekordniveau

Wirtschaft
15.04.2026 17:15
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die globale Schuldenlast wächst weiter – und ein Ende ist nicht in Sicht: Immer mehr Staaten geraten finanziell unter Druck, während ausgerechnet die größten Volkswirtschaften der Welt die Entwicklung zusätzlich anheizen.

Wie der Internationale Währungsfonds (IWF) am Mittwoch in Washington mitteilte, ist die öffentliche Verschuldung weltweit im Jahr 2025 auf knapp 94 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung gestiegen. 2024 lag dieser Wert noch bei 92 Prozent. Für das laufende Jahr erwartet der IWF einen weiteren Anstieg auf 95,3 Prozent.

100-Prozent-Marke rückt näher
Damit nähert sich die weltweite Verschuldung einer symbolträchtigen Schwelle: Bereits 2029 dürfte die Marke von 100 Prozent erreicht werden. Ein derart hohes Niveau gab es bislang nur einmal – kurz nach dem Zweiten Weltkrieg.

Besonders stark treiben die Entwicklung die USA und China voran. In den Vereinigten Staaten rechnet der IWF in den kommenden Jahren mit anhaltend hohen Budgetdefiziten von sieben bis acht Prozent. Eine Konsolidierung der Staatsfinanzen sei derzeit nicht absehbar. Die Gesamtverschuldung könnte dort bis 2031 auf 142 Prozent des Bruttoinlandsprodukts steigen.

Auch in China zeigt sich ein ähnliches Bild: Hohe Haushaltsdefizite dürften die Gesamtverschuldung bis 2031 auf rund 127 Prozent ansteigen lassen.

Europa vergleichsweise stabil
In Europa fällt die Entwicklung deutlich moderater aus. Deutschland etwa dürfte bis 2031 eine Schuldenquote von knapp 74 Prozent erreichen, für heuer werden fast 65 Prozent erwartet.

Österreich zählt derzeit zu jenen zehn EU-Ländern, gegen die ein Defizitverfahren läuft. Die Staatsschuldenquote stieg hier zuletzt von 80 auf 81,5 Prozent. Damit liegt sie weiterhin klar über der in der Europäischen Union vorgesehenen Obergrenze von 60 Prozent der Wirtschaftsleistung – ein Wert, den viele Mitgliedstaaten seit Jahren überschreiten.

Für die gesamte Euro-Zone erwartet der IWF heuer eine Schuldenquote von knapp 88 Prozent, bis 2031 soll sie auf rund 90 Prozent steigen. Insgesamt gilt die Entwicklung damit als vergleichsweise stabil.

Hohe Zinsen verschärfen die Lage
In vielen Ländern liegt die Verschuldung noch immer über dem Niveau der Corona-Pandemie, als die Staatsschulden sprunghaft anstiegen. Gleichzeitig sind die Zinszahlungen zuletzt deutlich gestiegen, was die Budgets zusätzlich belastet.

Der IWF warnt daher vor falscher Sicherheit: Es gebe keinen Grund für „Selbstzufriedenheit“. Zusätzlichen Druck sieht die Organisation durch den Ende Februar ausgebrochenen Krieg im Nahen Osten, der die Staatsfinanzen weiter belasten könnte.

Viele Länder verfügten zudem über zu geringe finanzielle Puffer. Sobald sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verbesserten, müssten diese dringend wieder aufgebaut werden, so der IWF.

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