Nach Trump-Ausfällen

„Niemand hat das Recht, den Papst zu kritisieren“

Außenpolitik
15.04.2026 16:20
Porträt von krone.at
Von krone.at

Nach den verbalen Attacken von US-Präsident Donald Trump gegen Papst Leo XIV. stellen sich weitere Kardinäle hinter den Pontifex.

Niemand habe das Recht, den Papst zu kritisieren, wenn dieser treu Zeugnis für das Evangelium des Friedens ablege, und niemand dürfe den Namen Gottes für eigene Interessen instrumentalisieren, sagte der deutsche Kurienkardinal und frühere Leiter der vatikanischen Glaubensbehörde, Gerhard Müller, laut Kathpress.

„Vom Heiligen Vater kann niemand etwas anderes erwarten als den Einsatz für den irdischen Frieden unter den Völkern“, so der Kardinal in einer von der Website Kath.net (Dienstag) veröffentlichten Stellungnahme. Basierend auf dieser Klarstellung ging der frühere Glaubenspräfekt auch auf die ethischen Herausforderungen und ein „kaum aufzulösendes moralisches Dilemma“ im Umgang mit gefährlichen Regimen wie dem im Iran ein. Die USA hätten als Supermacht „eine besondere historische Verantwortung für den Frieden, die Freiheit und das Wohlergehen der Menschheit in unserer globalen Welt“. Dies, so Müller, umfasse auch die „Eindämmung von gefährlichen Regimen und Diktaturen“ durch wirtschaftliche Sanktionen und militärische Mittel im Rahmen des Völkerrechts.

Zitat Icon

Vom Heiligen Vater kann niemand etwas anderes erwarten als den Einsatz für den irdischen Frieden unter den Völkern.

Kurienkardinal Gerhard Müller

Trumps Worte „Anlass zu großer Besorgnis“
Auch der südafrikanische Kardinal Stephen Brislin, Vorsitzender der Bischofskonferenz des Südlichen Afrika (SACBC), reagierte. Die Worte Trumps gäben „Anlass zu großer Besorgnis“, erklärte der Erzbischof von Johannesburg laut römischem Pressedienst „Fides“ (Mittwoch).

Leo XIV. habe seit seiner Wahl zum Papst in öffentlichen Äußerungen in den vergangenen Monaten die Position der Kirche zu den wichtigsten globalen Herausforderungen klar dargelegt, „darunter der Umgang mit Migranten, die Klimakrise, die Notwendigkeit der Wahrheit im Zeitalter von Desinformation und künstlicher Intelligenz sowie die Ablehnung von Krieg und militärischen Interventionen“, so Brislin: „Dies sind nicht die persönlichen Positionen des Papstes. Es ist die Position der gesamten katholischen Kirche, die wir alle vertreten und verteidigen“, erklärte der Kardinal.

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