Erhöhter Bedarf

Vorarlberg richtet eigene Mobbing-Fachstelle ein

Vorarlberg
16.04.2026 06:00
Porträt von Vorarlberg-Krone
Von Vorarlberg-Krone

Die Vorarlberger Kinder- und Jugendanwaltschaft legte am Mittwoch ihren Tätigkeitsbericht für das vergangene Jahr vor – Mobbing ist thematischer Dauerbrenner. 

Eine neue Mobbing-Fachstelle für Heranwachsende speziell für den außerschulischen Bereich wird in Vorarlberg im Sommer in Vollbetrieb gehen. Erste Fälle werden aber bereits behandelt, sagte Kinder- und Jugendanwalt Christian Netzer bei einer Pressekonferenz am Mittwoch. Die Weichen für die neue Anlaufstelle wurden bereits 2025 auf Initiative der Landesregierung gestellt. Jeder könne sich melden, der von Mobbing betroffen ist, betonte Netzer, auch wenn die neue Fachstelle vorrangig für Mobbingfälle außerhalb der Schule eingerichtet wurde. Das Thema lasse sich, gerade durch Cybermobbing, nicht mehr an einem bestimmten Lebensbereich wie Schule oder Freizeit festmachen und habe bisher viel zu wenig Aufmerksamkeit bekommen, erklärte Netzer. Mobbing komme in den unterschiedlichsten Konstellationen vor, nicht nur unter Kindern, auch Erwachsene könnten als Täter oder Opfer involviert sein. In allen Fällen sei es wichtig, „dranzubleiben“ und es nicht etwa bei einer einmaligen Zurechtweisung bewenden zu lassen.

Mobbing passiert immer öfter auch online, das geplante Social-Media-Verbot sieht die Kinder- und Jugendanwaltschaft nicht unkritisch: „Wir sind nicht generell dagegen, weisen aber auf Umsetzungsprobleme hin“, so Netzer. Wichtig sei, vermehrt auf Risiken und Gefahren der Inhalte hinzuweisen, statt die Medien komplett zu verbieten, die als wichtiges Beteiligungsinstrument für junge Menschen nicht mehr wegzudenken seien. Die Medienkompetenz zu stärken, sei Aufgabe nicht nur der Schule, sondern auch der Eltern und der Gesellschaft. Auch abgesehen vom Thema Mobbing hatte die Kinder- und Jugendanwaltschaft im vergangenen Jahr viel zu tun: Insgesamt wurden 463 Fälle bearbeitet, 14 Prozent mehr als 2024 und doppelt so viele wie 2022. Meist ging es um Obsorgefragen. 31 Prozent davon wurden anonym eingebracht, 13 Prozent von den Kids selbst.

Aufmerksam machte Netzer auch auf die Ergebnisse der jährlich durchgeführten Testkäufe. Diese zeigen, dass an jeden vierten Jugendlichen gebrannter Alkohol verkauft wurde. Insgesamt wurden 137 solcher Testkäufe durchgeführt. Bei Nikotin -Testkäufen wurde 15 Prozent der jugendlichen Kunden die Ware ausgehändigt. Im Tabak-Segment wurden allerdings im vergangenen Jahr nur 46 Testkäufe durchgeführt.

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