Trump hält zu Israel

Angriffe auf den Libanon „Teil der Vereinbarung“

Außenpolitik
08.04.2026 19:54
Porträt von krone.at
Von krone.at

Trotz der Waffenruhe hat Israels Militär am Mittwoch erneut den Libanon angegriffen. Die israelische Führung sieht sich dabei durchaus im Recht: Ihr zufolge ist das Land nämlich gar nicht von der Vereinbarung umfasst. US-Präsident Donald Trump hält weiter zu seinem Verbündeten.

„Israel dafür anzugreifen, dass es genau das tut, was sie selbst hätten tun sollen: gegen die Hisbollah vorzugehen“, heißt es in einem Posting des israelischen Außenministeriums am Mittwoch. „Sie haben die Hisbollah nicht entwaffnet (...).“ Damit habe die libanesische Führung die Vereinbarungen der Waffenruhe im Gaza-Krieg nicht eingehalten. US-Präsident Donald Trump stützte am Mittwoch die israelische Darstellung, dass die Waffenruhe den Libanon nicht umfasse. 

Wie berichtet, hat Israels Militär seine heftigen Luftangriffe auf Ziele in der libanesischen Hauptstadt Beirut fortgesetzt. Das libanesische Gesundheitsministerium meldete mindestens 112 Tote und mehr als 800 Verletzte. Die israelische Armee sagte, sie habe innerhalb von nur zehn Minuten mehr als 100 Kommandozentralen und Militärstützpunkte der Hisbollah ins Visier genommen. Rund 50 Kampfjets seien beteiligt gewesen.

In diesem Haus wartet eine Libanesin darauf, gerettet zu werden.
In diesem Haus wartet eine Libanesin darauf, gerettet zu werden.(Bild: AP/Emilio Morenatti)
Die Angriffe trafen dicht besiedelte Wohngebiete im Libanon.
Die Angriffe trafen dicht besiedelte Wohngebiete im Libanon.(Bild: EPA/WAEL HAMZEH)

Dicht besiedelte Wohngebiete getroffen
Der libanesische Ministerpräsident Nawaf Salam erklärte, Israels Angriffe hätten dicht besiedelte Wohngebiete getroffen und in mehreren Gebieten, insbesondere in Beirut, unbewaffnete Zivilpersonen getötet. Israel sagte dazu, dass vor den Luftangriffen Schritte unternommen worden seien, um Unbeteiligte zu schonen. Die Hisbollah halte sich inzwischen in Gebieten auf, die bisher nicht als Hochburgen galten. „Das ist Teil ihrer Strategie.“

Die Hisbollah reagierte inzwischen ebenfalls und teilte mit, dass die Angriffe Zivilpersonen im gesamten Libanon gegolten hätten. Israel begehe „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“, die Attacken seien ein Zeichen der Schwäche Israels gegenüber den „Angriffen des Widerstands“ im Libanon. Die Organisation kündigte Vergeltung an. Dabei hätte sie Unterstützung aus dem Iran. Ein iranischer Militärvertreter drohte Israel ebenfalls mit weiteren Angriffen, sollte die Offensive gegen die Hisbollah weitergehen.

Waffenruhe brüchig
Nach Einschätzung der iranischen Führung verstößt Israel gegen die vorübergehende Feuerpause. Trump sagte, die Angriffe im Libanon seien „Teil der Einigung“. Man würde das später regeln. Die Regierungen Kanadas und vieler europäischer Staaten riefen unterdessen dazu auf, die Waffenruhe auch im Libanon umzusetzen. Der US-Präsident sagte nun, dass es bald direkte Gespräche mit dem Iran geben werde. Auf US-Seite seien Trumps Schwiegersohn Jared Kushner sowie der Sondergesandte Steve Witkoff dabei sowie möglicherweise Vizepräsident JD Vance.

Der iranische Außenminister Abbas Araqchi forderte die USA auf, Israel zur Einstellung seiner Angriffe auf den Libanon zu bewegen. „Die Bedingungen für die Waffenruhe zwischen dem Iran und den USA sind klar und eindeutig: Die USA müssen sich entscheiden – entweder Waffenruhe oder Fortsetzung des Krieges via Israel. Sie können nicht beides haben“, schrieb Araqchi am Mittwoch auf der Plattform X. Irans Führung droht bereits damit, aus der Vereinbarung auszusteigen.

Zitat Icon

Die USA müssen sich entscheiden – entweder Waffenruhe oder Fortsetzung des Krieges via Israel. Sie können nicht beides haben.

Irans Außenminister Abbas Araqchi

Die Angriffe im Libanon, der neue Beschuss aus dem Iran auf Länder in der Region und ein erneuter Stopp für die Schifffahrt in der Straße von Hormuz könnten die Waffenruhe im Krieg gefährden. Israels Regierung will den Einsatz gegen die Hisbollah im Libanon dennoch fortsetzen.

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