Bis zu 30 Katzen vegetieren auf einem zugemüllten, früheren Bauernhof in Seekirchen (Salzburg) dahin. Mehrere Tierschützer wollten schon eingreifen, scheiterten aber. Die Zustände sind amtsbekannt. Kühe wurden dem Besitzer schon vor Jahren abgenommen.
Katzen kauern verschreckt unter Müll oder suchen in Autowracks, die rund um das verfallene Haus stehen, Schutz. Ihr Fell ist verfilzt, die Augen sind verklebt. Auch eine große Zahl gerade erst geborener Babykatzen ist darunter. „Sie vermehren sich unkontrolliert“, schildern Tierfreunde, die die schlimmen Zustände auf dem verdreckten, früheren Bauernhof in Seekirchen seit Langem beobachten.
Der Besitzer wurde schon vor rund 20 Jahren auffällig. Rinder verendeten. Rund 40 Kühe wurden ihm schließlich abgenommen. Mittlerweile soll er selbst in einem abgestellten Autowrack hausen.
Verschiedene Tierschutzorganisationen waren schon aktiv
Eine Retterin nahm zwei Babykatzen aus dem angrenzenden Wald mit und wurde dann mit einer Diebstahlklage konfrontiert. Sie musste die deutlich verwahrlosten Tiere zurückgeben, weil der Besitzer das Eigentumsrecht beanspruchte. Von der geltenden Kastrationspflicht für Katzen will er aber nichts wissen.
Aus Gemeindesicht können wir leider gar nichts bewirken. Ich sehe es sehr kritisch, dass der Rechtsstaat hier offenbar an Grenzen stößt.
Rupert Freundlinger (LESE), Vizebürgermeister in Seekirchen
Neben der Gemeindepolitik wollten auch die Tierfreunde von Gut Aiderbichl schon eingreifen. „Wir haben einige Katzen kastrieren lassen. Das ist aber Jahre her. Jetzt führt kein Weg mehr zum Besitzer“, erzählt eine Mitarbeiterin. Der Zustand auf dem Hof sei seit 20 Jahren unverändert, weiß auch sie. Man könne nur den Kopf schütteln, dass die Behörde nicht aktiv wird. „Katzen leiden still. Sie sind in vielen Köpfen nicht so sichtbar wie etwa Rinder.“
Auch der Verein Respektiere schaltete sich ein: „Warum die Behörden hier so lange zuschauen, ist jedem schleierhaft“, heißt es. Die Anfrage der „Krone“ gab der Amtstierarzt für den Flachgau an die Rechtsabteilung weiter. Eine Antwort darauf gab es bisher nicht.
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