Er kam, sah – und traf in Minute 83 zum 1:1! Ercan Kara rettete Rapid am Sonntag im 349. Wiener Derby gegen die Austria einen Punkt, nachdem ein Mega-Patzer von Romeo Amane die Violetten in Führung gebracht hatte.
Die Wiener Austria und Rapid haben sich mit dem ersten Derbyremis seit zweieinhalb Jahren im Titelrennen der Bundesliga gehalten. Die Erzrivalen trennten sich am Sonntag 1:1. Die Austria war nach einem schweren Fehler von Romeo Amane durch Kelvin Boateng zu Hause in Führung gegangen (34.), Ercan Kara gelang im Finish per Kopf der Ausgleich (83.). Rapid liegt weiter vier Zähler hinter Leader Sturm Graz auf Rang drei, die Austria ist einen weiteren Punkt zurück Fünfter.
Austria-Trainer Stephan Helm, mit einem neuen Vertrag bis 2028 ausgestattet, setzte in der Offensive auf den 17-jährigen Vasilije Markovic. Lee Kang-hee fehlte krankheitsbedingt, Johannes Eggestein wegen eines im Training erlittenen, kleinen Muskelfaserrisses. Anstelle des Deutschen stürmte erstmals Boateng in der Startelf. Abwehrspieler Johannes Handl kehrte in diese zurück. Bei Rapid waren im Vergleich zum jüngsten 0:2 gegen Sturm Jakob Schöller, Jannes Horn nach seiner Sperre und Peter Nosa Dahl von Beginn an mit von der Partie.
Die Austria verteidigte tief, Rapid hatte vor 14.130 Zuschauern in Favoriten deutlich mehr Ballbesitz. Zwingend wurden die Hütteldorfer aber lange nicht. Eine Flanke von Bendeguz Bolla in Richtung Dahl klärte Reinhold Ranftl (4.), eine weitere war für einen präzisen Kopfball etwas zu hoch (14.). Bolla musste nach einer harten Attacke von Markovic behandelt werden, der Austria-Youngster sah Gelb. Wenig später brachte der Rapid-Außenspieler den Ball nach einem langen Zuspiel von Matthias Seidl nicht aufs Tor (23.).
Fauxpas beschert Austria Führung
Das 0:1 schossen sich die Grün-Weißen selbst: Nach einem Ballgewinn gegen Austria-Kapitän Manfred Fischer spielte Amane den Ball ins Zentrum zurück und servierte ihn damit genau Boateng, der zwischen die Beine von Rapid-Goalie Niklas Hedl abschloss. Für den 26-jährigen Ghanaer war es erst das zweite Tor für die Austria. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte klopfte er noch einmal an (45.+1). Zuvor war es nach einem versuchten Fallrückzieher von Nikolaus Wurmbrand, bei dem er Handl im Gesicht getroffen hatte, zu einer Rudelbildung gekommen.
Nach Seitenwechsel brannte es nach einem Querpass von Ranftl im Rapid-Strafraum lichterloh. Der folgende Schlenzer von Abubakr Barry landete an der Unterkante der Latte, sprang von der Linie aber aus dem Tor. Hedl rettete beim Abpraller vor dem heranstürmenden Fischer (52.). Auf der Gegenseite entschärfte Samuel Sahin-Radlinger einen Bolla-Schuss nach Doppelpass mit Wurmbrand (60.).
Die Austria-Fans – Rapid muss nach den Vorfällen bei der 0:2-Niederlage im Februar in Auswärtsderbys für längere Zeit ohne seinen Anhang auskommen – bejubelten anschließend das Comeback von Florian Wustinger nach 16 Monaten Pause wegen seines dritten Kreuzbandrisses. Barry rollte den Ball nach einer Ranftl-Hereingabe am langen Eck vorbei (69.).
Kara-Kopfball rettet Rapid
Das Stadion verstummte in Minute 83: Einen langen Ball von Bolla setzte der eingewechselte Kara mit einem gefühlvollen Kopfball ins lange Eck. Der „Joker“ sorgte dafür, dass es im 349. Wiener Derby erstmals nach sieben Stadtduellen zuvor keinen Sieger gab. Die Austria hatte die beiden ersten Saisonvergleiche mit den Hütteldorfern gewonnen. Davor war in vier von fünf Vergleichen Rapid erfolgreich gewesen. Von ihren jüngsten zehn Heimderbys hat die Austria aber nur eines verloren.
Nach Schlusspfiff kam es noch zu einer weiteren umfangreichen Rudelbildung mit Spielern und Betreuern beider Mannschaften. Rapid bekommt es nach nur einer Niederlage in den jüngsten sieben Ligaspielen nun zweimal mit Meistergruppen-Schlusslicht TSV Hartberg zu tun. Auf die Austria warten am Sonntag zu Hause und am folgenden Mittwoch in Wals-Siezenheim zwei Duelle mit dem punktegleichen Vizemeister Red Bull Salzburg.
Austria Wien – SK Rapid 1:1 (1:0)
Wien, Generali-Arena, 14.130, SR Lechner.
Tore:
1:0 (34.) Boateng
1:1 (83.) Kara
Austria: Sahin-Radlinger – Handl, Dragovic, Wiesinger – Ranftl, Maybach (61. Wustinger), Barry, Lee T. – Fischer (91. Österreicher), Markovic – Boateng (62. Saljic)
Rapid: Hedl – Schöller (46. Ahoussou), Cvetkovic, Raux-Yao – Bolla, Amane (62. Antiste), M. Seidl, Horn – Wurmbrand (62. Kara), Weimann (88. Grgic), Dahl (62. Y. Demir)
Gelbe Karten: Markovic, Sahin-Radlinger bzw. Wurmbrand, Horn
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