Kurz vor Katastrophe

Drogen-Hobbyköche mixen Chemiebombe in Wohnviertel

Österreich
11.04.2026 19:00

Zinshäuser, Spielplatz, Gemeindebauten – ein belebtes Wohnviertel in Wien ist offenbar nur knapp an einer Katastrophe vorbeigeschrammt. Zwei Hobby-Drogenköche pantschten mit hochgefährlichen und wenn falsch gemischt auch explosiven Chemikalien aus Polen. Das „Giftlabor“ war als Tischfußball-Keller getarnt ...

Wie in der bekannten amerikanischen TV-Serie „Breaking Bad“ wollten zwei Sozialhilfe-Empfänger mithilfe einer Polin, die Zugang zu hochgefährlichen Chemikalien in ihrer Heimat hatte, groß ins Suchtgiftgeschäft einsteigen. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Wien sind brisant, denn die Möchtegern-Drogenbarone eröffneten mitten in einem belebten Wohnviertel mit Zinshäusern und Gemeindebau im Wiener Bezirk Leopoldstadt ihr „Giftlabor“.

Dazu wurde ein eigentlich als Tischfußball-Klub gedachtes 200-Quadratmeter-Kellerlokal angemietet. Dann bestellten die Verdächtigen im Alter von 39 und 42 Jahren Dutzende Liter von fünf verschiedenen Chemikalien, die auch für den Bombenbau verwendet werden. Unter anderem hochgiftiges Quecksilberchlorid, Methanol oder ätzende Schwefelsäure.

Stümper hantierten mit hochgefährlichen Giftstoffen
Damit wollten die stümperhaften Hobby-Drogenköche Crystal Meth oder Speed herstellen. Die Gefahr: nur ein Milligramm zu viel oder falsch gemischt, könnte schon eine verheerende Explosion auslösen „Entweder sie hätten mit dem Stoff wegen der falschen Dosierung reihenweise Süchtige vergiftet oder sich und das halbe Haus in die Luft gesprengt“, bringt es ein Ermittler drastisch auf den Punkt.

Weil es den beiden kriminellen Dilettanten dann doch in der dichtbesiedelten Gegend zu heiß wurde, wollten sie ein zweites Drogenlabor in einem einsamen Gehöft im südlichen Niederösterreich aufbauen.

Das ebenso hochgefährliche wie explosive „Giftlabor“ war im 200-Quadratmeter-Kellerlokal eines ...
Das ebenso hochgefährliche wie explosive „Giftlabor“ war im 200-Quadratmeter-Kellerlokal eines Tischfußballvereins versteckt.(Bild: stock.adobe.com null)

„Giftlabor“ gesprengt, Schusswaffen sichergestellt
Doch dazu kam es nicht mehr! Fahnder des LKA NÖ, die Cobra sowie Spezialisten in Schutzanzügen, machten den gefährlichen Machenschaften ein Ende – und verhafteten das Trio. Im Zuge der Razzia wurde das „Giftlabor“ und zwei bei einem Einbruch in Niederösterreich gestohlene Schusswaffen sichergestellt.

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,Junkies´gehen hier schon seit einem Jahr ein und aus. Immer wieder kommt die Rettung, auch Türschlösser sind manipuliert.

Ein Anrainer des Drogenlabors beim „Krone“-Lokalaugenschein

Beim „Krone“-Lokalaugenschein in dem Wohngrätzel mit Spielplatz ist der riesige Einsatz noch immer Gesprächsthema. „,Junkies‘ gehen hier schon seit einem Jahr ein und aus“, schildert ein Anrainer. Eine andere Bewohnerin fand noch einen Chemikalien-Kanister im Innenhof. Da Räume und Gegenstände kontaminiert sind, muss das Gebäude unweit des Donaukanals möglicherweise generalsaniert werden.

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