Staatsoper 2026/27

Sechs Premieren, viel Stimmglanz und ein Hattrick

Kultur
10.04.2026 19:30

Direktor Bogdan Roščić präsentiert die neue Saison des Hauses am Ring: ein bunter Mix von Strauss über Berlioz, Verdi und Bellini und auch eine florentinische Tragödie ist dabei. 

Als „Bekenntnis zum Repertoire-System“ bezeichnet Staatsoperndirektor Bogdan Roščić das Programm 2026/27. „Das ist nicht selbstverständlich in Zeiten wie diesen“, verweist er etwa auf die New Yorker Metropolitan Opera, wo drei Opern wie „Aida“, „Bohème“ und „Tosca“ „vierzig Prozent der Vorstellungen ausmachen“.

Wiens Staatsoper ist da zum Glück (noch) anders: Sechs Neuproduktionen stehen auf dem Programm: Dabei wird die „Faust“-Vertonung von Berlioz ihre Staatsopern-Erstaufführung erleben und Verdis Maskenball nach 40 Jahren neu inszeniert.

Zwei neue Wiener Rollen für Netrebko
Den sechs Premieren (siehe Kasten) stehen 32 Opern im Repertoire gegenüber. Darunter als Wiederaufnahmen Francesco Cileas „Adriana Lecouvreur“, in der ab 5. September Elīna Garanča als Principessa di Bouillon einen ihrer vier einzigen Wiener Opernauftritte absolviert. Anna Netrebko tritt dafür gleich in zwei für Wien neue Rollen an: Erstmals lässt sie als Prinzessin Turandot die Prinzen köpfen und präsentiert sich erstmals als Amelia im „ Maskenball“.

Staatsopern-Direktor Bogdan Roščić muss sparen, sollte die Politik die öffentlichen Zuschüsse ...
Staatsopern-Direktor Bogdan Roščić muss sparen, sollte die Politik die öffentlichen Zuschüsse nicht zumindest der Inflation angleichen.(Bild: Klemens Groh)

Der tenorale Hattrick gehört dem längst zum Wiener Liebling avancierten Xabier Anduaga, der als „Lieberstank“-Nemorino, als „Traviata“-Alfredo auftritt und als Tonio für seine Regimentstochter Erlin Morley seine hohen Cs schmettert. Piotr Beczała singt nicht nur Andrea Chénier, sondern gibt auch sein internationales Debüt als Wagners Parsifal. Kollege Jonas Kaufmann sticht als Otello in See.

 Unter den großen Wiederaufnahmen finden sich noch Wagners „Meistersinger“, der französische „Don Carlos“ oder die dreiaktige „Lulu“. Wagners „Ring“ pausiert nächstes Jahr. 2027/28 startet dann die Neuproduktion in der Regie Ersan Mondtags, die von Christian Thielemann dirigiert wird, wie Roščić bestätigt.

Die Premieren 2027/27

  • Eine florentinische Tragödie/Herzog Blaubarts Burg, Alexander Zemlinsky/Bela Bartók, Dirigent: Alain Altinoglu, Regie: Vasily Barkhatov, mit Asmik Grigorian, Christopher Maltman, Florian Boesch u.a., ab 3. 10.
  • Ariadne auf Naxos, Richard Strauss, Dirigent: Franz Welser -Möst, Regie: Barrie Kosky, mit Andrea Eckert (Haushofmeisterin), Kate Lindsey, Daniel Behle, Serena Sáenz, Golda Schultz, ab 22. 11.
  • La damnation de Faust, Hector Berlioz, Dirigent: Bertrand de Billy, Regie: Lydia Steier, mit Eve -Maud Hubeaux, John Osborn, Christian Van Horn, Simonas Strazdas, ab 17. 12.
  • Ballo in maschera, Giuseppe Verdi, Dirigent: Michele Mariotti, Regie: Nikolaus Habjan, mit Freddie De Tommaso, Luca Salsi, Marina Rebeka, Marie-Nicole Lemieux, ilia Staple, ab 21. 2.
  • Pique Dame, Piotr I. Tschaikowski, Dirigent: Alexander Soddy, Regie: Evgeny Titov, mit Ivan Gyngazov, Boris Pinkhasovich, Andrey Zhilikhovsky, Violeta Urmana, Elena Stikhina, Daria Sushkova, ab 15. 3.
  • I Capultei e i Montechi, Vincenzo Bellini, Dirigent: Gianluca Capuano, Regie: Tatjana Gürbaca, mit Lisette Oropesa, Emily D’Angelo, Iván Ayón Rivas, ab 11. 6.

Ob das Repertoire in der übernächsten Saison auch noch so reich bestellt werden kann, steht in den Sternen. Derzeit wird das Budget verhandelt, ob die Subvention der Inflation angepasst wird, gleich bleibt oder gar gekürzt wird, ist ein entscheidender Faktor für das Haus.

Schließtage als Option
Mit Ende der kommenden Saison werden die Rücklagen der Staatsoper von derzeit 15 Millionen Euro aufgebraucht sein. Alles unter der Evaluierung würde Einschnitte bis hin zu möglichen Schließtagen oder einem Ende des Repertoiresystems bedeuten. Erhöht werden in jedem Fall die Kartenpreise – erstmals seit der Saison 2018/19 um vier Prozent.

Feierlich eröffnet wird die neue Saison am 6. September wieder mit einem Opern-Air bei freiem Eintritt im Burggarten, bei dem Juan Diego Flórez, Asmik Grigorian und Ludovic Tézier auftreten.

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