Ein Treffen im Pentagon, Spekulationen über Drohungen – und ein Papst, der mit scharfen Worten gegen Krieg Stellung bezieht: Die Beziehungen zwischen Washington und dem Vatikan stehen derzeit im Fokus internationaler Aufmerksamkeit. Beide Seiten bemühen sich zwar um Entspannung, doch die Debatte über politische Spannungen reißt nicht ab.
Ausgangspunkt war ein Treffen am 22. Jänner zwischen dem US-Staatssekretär für Verteidigungspolitik, Elbridge Colby, und dem damaligen Apostolischen Nuntius in den USA, Kardinal Christophe Pierre. In einigen Medien wurde anschließend über möglichen politischen Druck auf den Vatikan spekuliert, teils verbunden mit historischen Vergleichen bis hin zu mittelalterlichen Machtverhältnissen.
Fotos zeigen aber entspanntes Treffen
Sowohl Washington als auch der Vatikan weisen diese Darstellungen zurück. Die US-Botschaft sprach von einer „herzlichen Begegnung“ und einem „respektvollen Dialog“, der Vatikan von einem „Meinungsaustausch über Themen von wechselseitigem Interesse“. Auch veröffentlichte Fotos zeigen ein eher entspanntes Treffen.
Politische Deutung nimmt zu
Gleichzeitig werden die Beziehungen zwischen Washington und dem Vatikan als zunehmend angespannt beschrieben. Papst Leo XIV. äußert sich regelmäßig zu internationalen Konflikten – etwa zur US-Einwanderungspolitik, zu Venezuela oder zum Krieg gegen den Iran. Diese Aussagen werden von einigen Kommentatoren als indirekte Kritik an der US-Regierung interpretiert.
Besonders sogenannte „Leo-Flüsterer“ tragen zu dieser Deutung bei, indem sie nahezu jede Äußerung des Papstes politisch zuspitzen. Innerkirchlich stößt diese Lesart allerdings auf Widerspruch. Der Jesuit Antonio Spadaro warnte etwa davor, den Papst als politischen Gegenpol zu verstehen.
„Ein Christ kann keine Bombe werfen“
Unabhängig von der politischen Interpretation hat Papst Leo XIV. zuletzt deutliche Worte gefunden. Bei einem Treffen mit Bischöfen aus Bagdad sagte er: „Gott segnet keinen Konflikt.“ Ein Christ könne nicht zu jenen gehören, „die früher das Schwert ergriffen und heute Bomben werfen“.
Zugleich forderte er mehr Schutz und gleiche Rechte für Christen im Nahen Osten und kritisierte Gewalt und Interessenpolitik in der Region. Auch betonte er, kirchliche Autorität sei stets Dienst und kein Machtanspruch.
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