Ein Toter und ein Schwerverletzter – die Bilanz einer blutigen Abrechnung wegen Schulden. Doch der lange Arm des Gesetzes reicht bis in die Türkei: Denn jetzt sitzt der Schütze in Haft.
Fünf Monate nach der aufsehenerregenden Bluttat im Wiener Bezirk Ottakring wartet der Mordverdächtige seit diesem Mittwoch in der Justizanstalt Josefstadt auf seinen Prozess. Rückblende: Eine Aussprache wegen eines Privatkredits von 50.000 Schweizer Franken eskaliert in der Nacht des 6. November in einem Kebab-Lokal völlig. Statt die offene Rechnung zu begleichen, zieht ein türkischer Taxler eine Schusswaffe und feuert auf seine Kontrahenten.
Ein 33-jähriger tschetschenischer Kampfsportler stirbt durch einen Schuss ins Herz, ein weiterer serbischer Gast (55) wird im Bauchbereich getroffen und überlebt nur knapp. Der 34-jährige Todesschütze flüchtete mit einem Begleiter (35) vom Tatort. Während dieser sich am nächsten Tag stellt, setzt sich der Mordverdächtige ins Ausland ab. In seiner alten Heimat Türkei.
Verbindungsbeamte schlugen am Flughafen zu
Die Ermittler des Landeskriminalamtes geben aber nicht auf und können mit den örtlichen Verbindungsbeamten des Innenministeriums den Aufenthaltsort des Gesuchten herausfinden. Schließlich klicken auf dem Flughafen in Istanbul die Handschellen. 158 Tage nach der tödlichen Abrechnung wurde der Killer jetzt ausgeliefert. „Dieser Erfolg ist das Ergebnis der engen Zusammenarbeit. Unser Dank gilt dem großartigen Ermittler-Netzwerk“, freuen sich Innenminister Gerhard Karner und Wiens Polizeipräsident Gerhard Pürstl.
Unser Dank gilt diesem großartigen Netzwerk an Ermittlern, dessen Vorgehen die Sicherheit der Bevölkerung erhöht.

Innenminister Gerhard Karner
Bild: Eva Manhart
Der Fall zeigt auch, wie wichtig die derzeit 30 Verbindungsbeamten – davon sieben Frauen – als Augen und Ohren für die heimischen Sicherheitsbehörden auf vier Kontinenten sind.
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