Forscher fordern Tests

Blutspender oft mit Hepatitis-E-Antikörpern

Tirol
04.06.2026 08:49
Porträt von krone.at
Von krone.at

Eine Studie der Medizinischen Universität Innsbruck zeigt, dass ein beträchtlicher Teil der Blutspender in Österreich bereits Kontakt mit dem Hepatitis-E-Virus (HEV) hatte. Bei knapp 20 Prozent der untersuchten Blutspender in Tirol wurden entsprechende Antikörper nachgewiesen. 

Hepatitis E zählt weltweit zu den häufigsten Ursachen einer akuten Virushepatitis. Die Infektion verläuft meist ohne Symptome oder nur mild und heilt oft von selbst aus.

Kein zugelassener Impfstoff
Für Schwangere, ungeborene Kinder sowie Menschen mit geschwächtem Immunsystem kann sie jedoch gefährlich werden. Anders als bei Hepatitis B und C gibt es in Europa derzeit weder einen zugelassenen Impfstoff noch spezielle Medikamente gegen das Virus.

  • Für die Untersuchung analysierten die Wissenschaftler zwischen Mai und Juli 2022 insgesamt 4867 Blutspenden aus Tirol. Dabei fanden sie bei 13 Personen Hinweise auf eine akute Hepatitis-E-Infektion. Das entspricht 0,27 Prozent der untersuchten Spender.
  • Bei 19,26 Prozent der Teilnehmer wurden IgG-Antikörper nachgewiesen, die auf eine frühere Infektion hindeuten. Mit zunehmendem Alter stieg die Häufigkeit deutlich an. In der Gruppe der 65- bis 70-Jährigen hatte fast jeder Zweite bereits eine Hepatitis-E-Infektion durchgemacht.
  • Zudem wurden entsprechende Antikörper bei Personen aus städtischen Regionen häufiger gefunden als bei Menschen aus ländlichen Gebieten.

Ein verpflichtender Routinetest auf die Erbsubstanz des Virus könnte die Sicherheit von Bluttransfusionen erhöhen und eine Übertragung durch Blutspenden verhindern, so die Forscher.

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