Essstörungen

Neue Stelle soll Hilfe besser zugänglich machen

Vorarlberg
10.04.2026 17:00
Porträt von Vorarlberg-Krone
Von Vorarlberg-Krone

Essstörungen nehmen vor allem bei jungen Menschen in Vorarlberg immer weiter zu. Das Land reagiert nun mit der Einrichtung einer „zentralen Fachstelle“ – diese soll von der Caritas betreut werden. 

Essstörungen zählen zu den psychischen Erkrankungen mit oft schwerwiegenden körperlichen und psychosozialen Folgen. Studien zeigen, dass sich die Zahl schwerer Essstörungen in den vergangenen Jahren deutlich erhöht hat. In Vorarlberg sind die Klientenzahlen in diesem Bereich zwischen 2015 und 2025 um rund 65 Prozent gestiegen. Besonders betroffen sind Mädchen und junge Frauen: Schätzungen zufolge zeigen bis zu 30 Prozent der Jugendlichen und jungen Menschen ein auffälliges Essverhalten. Ein Teil davon entwickelt eine behandlungsbedürftige Essstörung.

Erkrankungen bleiben oft unerkannt
So liegt die Prävalenz der Magersucht bei Mädchen und Frauen im Alter zwischen 15 und 35 Jahren bei rund 0,4 Prozent, jene der Bulimie bei etwa 1,5 Prozent im Laufe des Lebens. Gleichzeitig bleibt ein großer Teil der Erkrankungen lange unerkannt, wodurch sich die Situation für Betroffene häufig verschärft. Die Magersucht zählt zu den häufigsten Todesursachen junger Mädchen und Frauen im Alter zwischen 15 und 25 Jahren. Studien zeigen, dass das Suizidrisiko im ersten Jahr nach Diagnosestellung 13,7-mal höher ist als bei gesunden Menschen.

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Eine frühzeitige Diagnostik und eine eng abgestimmte Behandlung sind entscheidend, um Folgeschäden zu vermeiden.

Georg Weinländer

„Eine frühzeitige Diagnostik und eine eng abgestimmte Behandlung sind entscheidend, um Folgeschäden zu vermeiden und die Gesundheit nachhaltig zu stabilisieren“, betont Primar Georg Weinländer vom Landeskrankenhaus Hohenems. Die Fachstelle für Essstörungen der Caritas wurde vor 25 Jahren gegründet und es zeigt sich, dass es sie mehr denn je braucht. Im Jahr 2025 wurden 222 von einer Essstörung betroffene Personen ambulant beraten bzw. behandelt – davon 135 Erwachsene (61 Prozent) von der Caritas, weitere 46 Erwachsene und 12 Kinder/Jugendliche beim Institut für Sozialdienste sowie 29 Kinder/Jugendliche bei pro mente Vorarlberg. Zudem erhielten in der Caritas 31 Angehörige eine langfristige Beratung sowie 50 Personen eine Kurzberatung (1-3 Kontakte).

Verbesserte Koordination erwünscht
In Vorarlberg besteht bereits ein Netzwerk aus ambulanten, stationären und präventiven Angeboten. Dieses soll nun gezielt weiterentwickelt und stärker miteinander verbunden werden. Ziel ist es, durch klare Zuständigkeiten, definierte Behandlungswege und verbesserte Schnittstellen eine durchgängige und bedarfsgerechte Versorgung sicherzustellen. So soll die bisherige Kontaktstelle zur „Take Care – Fachstelle für Essstörungen“ werden, betreut von der Caritas Vorarlberg. Diese soll künftig als Anlaufstelle, Koordinationsstelle und Drehscheibe im Versorgungssystem dienen. Betroffene und Angehörige finden dort Unterstützung und Informationen über die verschiedenen Angebote. Zudem sollen sie innerhalb des Netzwerks koordiniert weitervermittelt werden. Das Auffangnetz soll allgemein weiterentwickelt werden, so will das Land etwa die Präventionsarbeit ausbauen oder auch die Versorgung in allen Regionen sicherstellen.

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