Am Montag, 13. April, startet „Kommissar Rex“ um 20.15 Uhr auf ORF 1 in eine neue Ära. Dass die Wiederauflage glückte, ist nicht zuletzt dem richtigen Tiertraining zu verdanken. Farina Klause war ein halbes Jahr mit „Rex“-Darsteller Capo in Wien und erzählt der „Krone“, worauf es beim Thema Tier im Film besonders ankommt.
Was haben Keanu Reeves, Leonardo DiCaprio, Tom Holland, Ben Affleck und der Schäferhund Capo gemeinsam? Sie alle haben für ihre Filme und Serien Stuntdoubles. Falls Ihnen der Name Capo aktuell noch nichts sagt, wird sich das ab Montag ändern, wo der zweieinhalbjährige Hund als Hauptdarsteller der neuen „Kommissar Rex“-Reihe fungiert. Während das Original in den Nahaufnahmeszenen glänzt, wurden seine insgesamt drei Doubles für die Actionsequenzen ausgebildet, wie Tiertrainerin Farina Klause der „Krone“ im Gespräch erklärt. „Im November 2024 kam seitens der Produktionsform das ,Go‘ für das Projekt, bis April 2025 hatten wir dann Zeit, die Hund auszubilden, weil es dann mit den Dreharbeiten der insgesamt sechs Folgen losging.“
Das Tier ins Drehbuch einbauen
Klause ist Co-Inhaberin und Cheftrainerin bei der bayrischen Firma „Filmtierranch“, die auf solche Projekte spezialisiert ist. Vorwiegend Hunde und Katzen, aber auch allerlei andere Tiere aus verschiedensten Produktionen wie etwa „Lassie“ werden dort ausgebildet. Für die „Rex“-Dreharbeiten zog man für ein halbes Jahr nach Wien, was für die Mitarbeiter nicht ungewöhnlich, aber immer wieder eine neue Herausforderung ist. Beim Dreh mit Tieren ist es vor allem wichtig, im engen Austausch mit der Regie und der Produktion zu sein. Dabei kann man Vorlieben eines Tieres schon in die Drehbücher schreiben. „Wenn ein Hund gerne Dinge mit der Nase anstupst oder mit der Pfote an Gegenständen kratzt, dann kann man das schon aktiv einbauen, weil es allen hilft.“
Am wichtigsten ist, das feinfühlige Tier nicht zu überfordern und den richtigen Umgang zu finden. „Von der Produktion kommt natürlich viel Druck, jeder Dreh ist eine Zeit- und Geldfrage, aber unsere Aufgabe ist es, jede Form des Drucks von unseren Tieren fernzuhalten. Wir trainieren unsere Hunde nur mit positiver Konditionierung. Sie werden mit Leckerlis und Belohnungen bestärkt.“ Zudem muss man in Szenen, wo Darsteller angespannt sind oder Emotionen zeigen, den Hund genau davon abbringen. „Mich und den Hund interessiert nicht, was um uns herum abgeht“, so die Tiertrainerin, „wir sind in unserer eigenen Seifenblase und haben unseren Spaß. Das Schöne an Tieren ist, dass sie sich nie verstellen. Sie sind immer sie selbst, in jedem Moment ihres Lebens.“
Von Anfang an eine gute Beziehung
Hund ist dabei nicht gleich Hund – deshalb ist etwa Capo der Hauptdarsteller und seine Kollegen sind Stunt-Hunde. „Manche wollen Action und bewegen sich gerne, springen viel herum. Andere Hunde können in Dialogszenen mühelos drei Minuten liegen. Es ist wichtig, den Charakter eines Hundes in einem Projekt richtig einzubeziehen.“ Ein Pluspunkt war auf jeden Fall, dass „Rex“-Hauptdarsteller Maximilian Brückner und Capo sofort eine tolle Beziehung zueinander hatten. „Max war schon vor dem Drehstart viermal bei uns auf der Ranch, um gemeinsam zu trainieren. Es hat einfach gut gepasst, was nicht selbstverständlich ist. Das hat die Zusammenarbeit am Set dann auch immens erleichtert.“
Die berühmte Hollywood-Tiertrainerin Teresa Ann Miller hat die Originalhunde 1994 trainiert. Die Art und Weise lässt sich mit heute natürlich nicht mehr vergleichen. „Miller war aber schon damals nicht vom alten Schlag und hat auf positive Aspekte gesetzt“, bekräftigt Klause, „aber damals war auch die Filmtechnik ganz anders als heute. Es gibt heute viel mehr Möglichkeiten, aber auch mehr Stress und Druck. Man möchte am liebsten mit drei Kameras alles auf einmal ins rechte Licht rücken und genau dort müssen wir als Tiertrainierinnen bremsen.“ Im Laufe der Dreharbeiten haben sich die Hunde immer besser in ihre Rolle eingefunden, aber man muss ihnen Zeit geben. Deshalb war es auch wichtig, die sechs Episoden in zwei Drehblöcken umzusetzen, um dazwischen auch genug Pause zu haben.“
Nicht auf die Uhr schauen
Klause weiß, dass erfolgreiche und beliebte Tiere in Filmen und Serien nicht nur dafür sorgen, dass die gezeigten Rassen bei den Menschen plötzlich beliebter werden, sondern dass der Beruf einer Tiertrainerin begehrter wird. Beides ist dabei mit Vorsicht zu genießen. „Wir kriegen unheimlich viele Praktikumsanfragen, aber nach ein paar Wochen wollen viele woanders hin, weil sie merken, wie viel Arbeit dahintersteckt. Wenn man Tiere betreut, kann man nicht einfach auf die Uhr schauen und zu einer fixen Zeit gehen. Dieser Beruf ist eine Berufung und man braucht die nötige Leidenschaft dafür.“ Übrigens: Capo hat nicht nur Stunt-Doubles, er kann auch „Starallüren“ entwickeln. „Wenn 40 Leute im Filmteam darauf achten, was der Hund als nächstes tut, wird er zum Alphatier und gefällt sich in der Rolle des Beobachteten. Alle sehen ihn an und geben ihm Leckerlis – natürlich kommt er sich dabei gut vor.“
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