89 Mio. Euro Umsatz!

Illegale Zigarettenfabrik in Friaul ausgehoben

Ausland
09.04.2026 13:43
Porträt von krone.at
Von krone.at

In der norditalienischen Region Friaul-Julisch Venetien hat die italienische Finanzpolizei im Zuge einer Razzia eine illegale Zigarettenproduktion im großen Stil aufgedeckt. Nach Angaben der Ermittler erzielte die kriminelle Organisation dabei einen Umsatz von rund 89 Millionen Euro.

Wie die Behörden mitteilten, zerschlugen Ermittler in den Provinzen Udine und Triest ein kriminelles Netzwerk, das Zigaretten herstellte und in mehreren Ländern in Mittel- und Nordeuropa vertrieb. Bei der Razzia der Guardia di Finanza wurden 29 Personen angezeigt und drei von ihnen festgenommen.

Im Zentrum der Ermittlungen stand eine sogenannte „Geisterfabrik“ in der 4500-Einwohner-Gemeinde Gonars in der Provinz Udine, in der 21 Migranten ohne Aufenthaltsgenehmigung arbeiteten und zugleich untergebracht waren. Die Finanzpolizei beschlagnahmte Produktionsanlagen, Maschinen, einige Fahrzeuge sowie mehr als 70 Tonnen geschmuggelten Tabaks.

Durch gezielte nächtliche Umladungen von Anhängern wurde die Herkunft der Ware systematisch verschleiert und eine Rückverfolgung erheblich erschwert.

137 Mio. Zigaretten in fünf Monaten erzeugt
Innerhalb von nur fünf Monaten wurden rund 137 Millionen Zigaretten produziert. Der Vertrieb erfolgte überwiegend ins Ausland, wo deutlich höhere Preise erzielt werden als in Italien – ein Umstand, der das Geschäft besonders profitabel machte.

Generator lieferte der Fabrik Strom
Die Produktion fand in einer vollständig ausgestatteten illegalen Fabrik statt, die unabhängig vom öffentlichen Stromnetz mithilfe eines leistungsstarken Generators betrieben wurde. Das Geschäftsmodell war strategisch angelegt: Die geografische Lage in Friaul-Julisch Venetien ermöglichte eine schnelle Verteilung in europäische Märkte bei gleichzeitig reduziertem Risiko von Grenzkontrollen.

Verzweigtes logistisches Netzwerk
Die Ermittlungen belegten die Existenz einer gut organisierten kriminellen Vereinigung, an der vor allem Personen aus Osteuropa beteiligt waren, unterstützt durch ein weit verzweigtes logistisches Netzwerk in Italien. Eine Transportfirma aus Triest spielte dabei eine zentrale Rolle, unter anderem durch die Anmietung der genutzten Immobilien über Strohmänner.

Arbeiter wurden extrem ausgebeutet
Bei dem Einsatz wurden die Arbeiter unter Ausbeutungsbedingungen angetroffen: 21 Menschen ohne gültige Aufenthalts- oder Arbeitserlaubnis lebten und arbeiteten nahezu vollständig isoliert innerhalb der Fabrik.

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