Seinen Einkehrschwung hatte sich ein 66-jähriger Sozialbetrüger aus Vorarlberg wohl anders vorgestellt. Statt eines Aperol Spritz wartete auf der Skipiste bereits die Polizei auf den Mann. Am Donnerstag wurde dem Pensionisten der Prozess am Landesgericht Feldkirch gemacht.
Von der „Hansi-Hinterseer-Bräune“ ist nicht mehr viel übrig. Verständlich, immerhin sitzt der Vorarlberger seit ein paar Monaten in Untersuchungshaft. Eine Vorstrafe in Tschechien, eine in der Schweiz und acht einschlägige in Österreich schlagen bei ihm bereits zu Buche.
Angeklagter bekennt sich schuldig
Jetzt steht er einmal mehr wegen schweren Betrugs vor Gericht. Er soll von 2012 bis 2023 laufend Sozialhilfe bezogen haben, obwohl er in der Schweiz einer Tätigkeit nachging. Die Staatsanwaltschaft geht von 94.000 Euro Schadenshöhe aus. Zum Vorwurf bekennt sich der seit 2019 in Pension befindliche schuldig. Allerdings sei er damals in einer verzwickten Situation gewesen.
Begonnen habe alles vor 17 Jahren mit gesundheitlichen Problemen. „Ich hatte Arthrose in den Fingern und Rückenprobleme.“ Weil er ein Pensionsverfahren einleiten wollte, sei er zum AMS gegangen. „Dort wurde mir gesagt, dass ich nicht mehr vermittelt werde.“ Mehrere Verfahren vor dem Sozial- und Arbeitsgericht scheiterten. Der Mann wurde nicht in Pension geschickt, bekam stattdessen Mindestsicherung.
Betrüger wird ordentlich zur Kasse gebeten
„Weil meine Tochter zu studieren begann, brauchte ich aber Geld.“ Ergo sei er über einen ehemaligen Kollegen in die Schweiz gegangen, um „schwarz“ zu arbeiten. Rückwirkend betrachtet, sieht der Angeklagte die Sache nüchtern: „Ich wäre gescheiter im Bett geblieben, als jeden Tag nach Zürich zur Arbeit zu fahren.“ Denn mit dem Schuldspruch wegen gewerbsmäßigen Betrugs fasst der 66-Jährige nicht nur eine teilbedingte Haftstrafe von 15 Monaten aus. Wegen des Bereicherungsvorsatzes muss er zudem noch rund 90.000 Euro an den Staat zurückzahlen. Das Urteil ist rechtskräftig.
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