Festnahme in Sydney

Ex-Soldat soll Zivilpersonen ermordet haben

Ausland
07.04.2026 11:33
Porträt von krone.at
Von krone.at

Ein ehemaliger Elitesoldat soll unbewaffnete Zivilpersonen und Gefangene in Afghanistan ermordet haben. Der Mann wurde Dienstagfrüh (Ortszeit) am Flughafen von Sydney festgenommen. Vorausgegangen waren fünfjährige Ermittlungen.

Dabei wurden viele Aussagen von Augenzeuginnen und Augenzeugen aus den Reihen der australischen Spezialeinheit SAS gesammelt. Diese sollen belegen, dass Ben Roberts-Smith (47) zwischen 2006 und 2012 an mehreren Tötungen beteiligt war. Ihm wird unter anderem vorgeworfen, einen Zivilisten von einer Klippe gestoßen und später dessen Erschießung angeordnet zu haben. Zudem soll er mindestens einen Gefangenen eigenhändig getötet haben. Auch sogenannte „Blooding“-Rituale stehen im Raum, dabei handelt es sich um die gezielte Tötung Gefangener durch jüngere Streitkräfte auf Befehl.

Roberts-Smith, Träger des höchsten australischen Militärordens Victoria Cross, hat bisher alle Vorwürfe bestritten. Vor mehreren Jahren war ein Bericht über mutmaßliche Kriegsverbrechen australischer Streitkräfte erschienen, der Hinweise auf 39 mutmaßliche unrechtmäßige Tötungen durch Angehörige der Spezialeinheiten lieferte. Daraufhin wurde eine Untersuchung durchgeführt. Die Ermittlungen seien hochkomplex gewesen, sagte Ross Barnett, der diese leitete.

Lebenslange Haftstrafe droht
Dienstagfrüh wurde Roberts-Smith nun am Flughafen von Sydney von der Bundespolizei festgenommen, kurz nachdem er mit einem Flugzeug aus Brisbane gelandet war. Der 47-Jährige befindet sich in Gewahrsam und wurde einem Gericht vorgeführt. Dieses hat Anklage in fünf Fällen von Kriegsverbrechen gegen ihn erhoben. Sollte er verurteilt werden, droht ihm eine lebenslange Haftstrafe. Zudem könnte ihm rückwirkend seine militärische Auszeichnung aberkannt werden.

International ist es bei Weitem nicht der erste Fall dieser Art: Auch in anderen Ländern wurden in den vergangenen Jahren mutmaßliche Kriegsverbrechen von Streitkräften juristisch aufgearbeitet. So wurde etwa in den USA ein Verfahren gegen den Navy-Seal-Soldaten Eddie Gallagher geführt, der wegen Taten im Irak angeklagt war. Er wurde aber später von einer Jury freigesprochen.

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