Afghanistan-Einsatz

Britische Armee deckte mögliche Kriegsverbrechen

Ausland
01.12.2025 17:25
Porträt von krone.at
Von krone.at

Mehrere Mitglieder der britischen Armee sollen versucht haben, mögliche Kriegsverbrechen an Zivilpersonen in Afghanistan zu vertuschen. Das sagte jetzt ein ehemaliger hochrangiger Offizier des Special Air Service (SAS) vor einer Untersuchungskommission. Er sprach unter anderem von „außergerichtlichen Hinrichtungen“.

Er sei zu dem Schluss gekommen, dass diese nicht nur durch wenige Streitkräfte oder eine einzige Einheit verübt worden seien, „sondern potenziell weiter verbreitet sein könnten“. So blickte der Mann etwa auf einen nächtlichen Einsatz zurück, bei dem die Soldatinnen und Soldaten neun Menschen erschossen, aber nur drei Waffen sichergestellt hätten. Teils sei auch über begangene und unrechtmäßige Tötungen geprahlt worden.

Seine Vorgesetzten hätten aber verhindert, dass dem Verdacht nachgegangen wurde. Er habe gar nicht mehr daran geglaubt, dass die Vorfälle an die Ermittlerinnen und Ermittler der Militärpolizei weitergegeben würden, sagte der ehemalige Offizier.

Er habe den starken Verdacht gehabt, dass Unschuldige getötet wurden. Die Vorwürfe betreffen die Jahre 2010 bis 2013 in Afghanistan. Laut dem Zeugen wurden erste Verdachtsfälle zu möglichen Kriegsverbrechen bereits 2011 an den damaligen SAS-Kommandanten übermittelt, weder dieser noch dessen Nachfolger hätten etwas unternommen.

Die Untersuchungen der Militärpolizei in Großbritannien waren eingeleitet worden, nachdem der britische Rundfunk BBC 2022 berichtet hatte, SAS-Verbände hätten mindestens 54 Afghaninnen und Afghanen, darunter Kinder, getötet. Die Umstände seien verdächtig gewesen. Auch afghanische Familien hatten die SAS beschuldigt, Zivilpersonen ermordet zu haben.

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