Auch Corona schuld

Jeder Zweite hat Geruchs- oder Geschmacksstörung

Österreich
07.04.2026 10:19
Porträt von krone.at
Von krone.at

Ein erschreckend hoher Prozentsatz der Menschen in Österreich, Deutschland und der Schweiz berichtet von Geruchs- und/oder Geschmacksstörungen: Die Häufigkeit liegt bei rund 40 Prozent. Diese hohen Anteile könnten mit der durchgemachten Covid-19-Pandemie zusammenhängen.

Die aufsehenerregende wissenschaftliche Studie wurde im Jänner 2025 mit einer Online-Umfrage unter Erwachsenen im Alter von mehr als 18 Jahren in Österreich (1023 Teilnehmer), in Deutschland (1031 Probanden) und der Schweiz (286 Teilnehmer) durchgeführt. Die Hauptergebnisse, die in den European Archives of Oto-Rhino-Laryngology veröffentlicht wurden, zeigen: „Insgesamt berichteten 40 Prozent der Befragten über mindestens ein Symptom, wobei Geruchsintoleranz (29 Prozent), Phantosmie (Geruchswahrnehmungen ohne reale Ursache, 27 Prozent; Anm.) und Parosmie (veränderte Geruchswahrnehmung, 19 %; Anm.) am häufigsten auftraten“, schrieben die Fachleute. Phantom-Geruchsempfindungen hatten offenbar am häufigsten eine negative Auswirkung auf die Lebensqualität.

Häufigkeit in Deutschland und Österreich etwa gleich
Die Aufschlüsselung nach den Teilnehmerländern zeigt, dass Österreich am ehesten mit Deutschland zu vergleichen ist. In der Schweiz lag die Häufigkeit mancher der Störungen höher. So berichteten 10,7 Prozent der österreichischen Teilnehmer über Geruchsverlust (Deutschland: 12,2 Prozent, Schweiz: 11,5 Prozent). Eine veränderte Geruchswahrnehmung beschrieben 17,5 Prozent der Probanden aus Österreich (Deutschland: 19,8 Prozent) und 23,8 Prozent der Schweizer.

Für die Studie wurden 2340 Probanden in drei Ländern ausgewertet.
Für die Studie wurden 2340 Probanden in drei Ländern ausgewertet.(Bild: estradaanton - stock.adobe.com)

„Phantom“-Geruchsempfindungen plagten 25,5 Prozent der österreichischen Teilnehmer, in Deutschland waren es 25,6 Prozent, in der Schweiz 33,9 Prozent. Geruchsintoleranz nahmen in Österreich und Deutschland jeweils 27,9 Prozent wahr, in der Schweiz waren es hier allein 39,5 Prozent der Probanden.

Auch hoher Anteil von Menschen mit Geschmacksstörungen
Von Geschmacksstörungen waren in Österreich 16,4 Prozent der Befragten betroffen, in Deutschland hingegen 19,1 Prozent und in der Schweiz 26,9 Prozent. Über keine derartigen Probleme berichteten in Österreich 61,9 Prozent der Befragten, in Deutschland 59,5 Prozent und in der Schweiz 52,1 Prozent.

Ein möglicher Zusammenhang dieser hohen Anteile an Menschen mit Geruchs- oder Geschmacksstörungen könnte auch mit der durchgemachten Covid-19-Pandemie bestehen. Die Wissenschafter in ihrer Zusammenfassung: „Bei 48 Prozent bis 62 Prozent der Betroffenen blieben die Symptome unverändert oder verschlechterten sich, was auf eine erhebliche Belastung durch anhaltende Funktionsstörungen hinweist. Schweizer Befragte berichteten signifikant häufiger über Parosmie (veränderte Geruchsempfindung; Anm.), Phantosmie (Geruchsempfindung ohne realen Hintergrund; Anm.), Geruchsintoleranz und Geschmacksstörungen als österreichische oder deutsche Teilnehmer, was möglicherweise Unterschiede in der Covid-19-Exposition und den Pandemiebeschränkungen widerspiegelt.“

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