Message, Macht, Medien

Ex-Minister Anschober verteidigt Corona-Lockdowns

Innenpolitik
26.02.2026 05:00
Porträt von krone.tv
Von krone.tv

Zwischen Mut und Unmut: In der neuesten Folge „Message Macht Medien“ spricht krone.tv-Podcaster Gerald Fleischmann mit Ex-Gesundheitsminister und Grünen-Politiker Rudi Anschober über den Zustand der Gesellschaft, die Corona-Jahre – warum harte Maßnahmen gerechtfertigt waren – und sein neues Buch „Ermutigung“.

Für Anschober fehlt der Gesellschaft der Glaube an eine positive Zukunft. Populistische Strömungen erklärt er mit dieser Unsicherheit, wirtschaftlichen Ängsten und dem Zerfall eines gemeinsamen Verständnisses von Wahrheit. Kriege und Krisen machten Menschen und Demokratien krank und spielten rechten Parteien wie der FPÖ in die Hände: „Wenn man eine schlechte Perspektive hat und nicht mehr daran glaubt, dass es gut wird, dann macht das etwas mit uns. Und es verschiebt auch in der Politik alles nach rechts.“

Apropos rechts: Die Teilnahme an Anti-Corona-Demos von einzelnen Politikern habe der Stimmung mitten in der ungewissen Pandemie nicht geholfen, so der Ex-Minister, „weil es sehr viele Menschen verunsichert hat“. Obwohl in den ersten paar Monaten alles einstimmig beschlossen wurde –  auch mit den Freiheitlichen: „Die FPÖ hat das mitgetragen und mitunterstützt.“

So begründet Anschober den Lockdown
Bei der Corona-Pandemie räumt der Ex-Gesundheitsminister ein, dass Österreich strukturell schlecht vorbereitet gewesen sei. Dennoch verteidigt er seine Maßnahmen: „Nach dem damaligen und heutigen Wissensstand ist die Kontaktbeschränkung das Mittel der Wahl gewesen.“ Anschober betont, auch kritische Experten, wie den damaligen AGES-Chef bewusst in seine Expertenkommission eingebunden zu haben, um nicht nur mit „Ja-Sagern“ umgeben gewesen zu sein.

Professionelle Politik bedeute für den Ex-Grünen, dass man die „Gegenseite hört und ihre Argumente miteinfließen lässt.“ Und die Lehren daraus? Anschobers „Lieblingsvorstellung“ wäre eine Aufarbeitung durch Pamela Rendi-Wagner, ebenfalls Ex-SPÖ-Gesundheitsministerin, nun Leiterin der Europäischen Gesundheitskontrollbehörde. Denn: „Wenn man nicht darüber redet, wenn man es nicht aufarbeitet“ werde man nie gut vorbereitet sein.

Trotz einer Welt im Dauerkrisenmodus setzt Anschober auf Hoffnung und Zuversicht – davon handelt ...
Trotz einer Welt im Dauerkrisenmodus setzt Anschober auf Hoffnung und Zuversicht – davon handelt auch sein neues Buch „Ermutigung“.(Bild: Eva Manhart)
Rudi Anschober und sein Hund „Junior“ – der süße Golden Retriever war bei den Dreharbeiten im ...
Rudi Anschober und sein Hund „Junior“ – der süße Golden Retriever war bei den Dreharbeiten im Grand Hotel Wien dabei.(Bild: Eva Manhart)
Bei Gerald Fleischmann (links im Bild) lässt Anschober noch einmal die Corona-Jahre Revue ...
Bei Gerald Fleischmann (links im Bild) lässt Anschober noch einmal die Corona-Jahre Revue passieren.(Bild: Eva Manhart)

Sehr persönlich wird es beim Rückblick auf seinen Rücktritt 2021. Zwei Mal Kreislaufkollaps, extreme Blutdruckwerte, mögliche organische Schädigungen: Der Buchautor hat krankheitsbedingt die Reißleine ziehen müssen. Ein politisches Comeback oder eine Kandidatur für das Bundespräsidentenamt – trotz guter Umfragewerte – schließt Anschober klar aus. Seinen Wunsch, dass die Grünen stärker werden, halte er dennoch für „wichtig für unser Land.“ Mit oder ohne ihn an der Spitze. Denn auch als nach-wie-vor-Grünen-Mitglied sehe er mittlerweile seine Rolle als Autor und Vortragender, nicht als Politiker: „Aus meiner Sicht habe ich da überhaupt keine Ambitionen.“

Mit seinem neuen Buch „Ermutigung“ will der Ex-Politiker der negativen Stimmung etwas entgegensetzen. In vielen Bereichen – von der Energiewende bis zur Lebensqualität in Städten – gebe es reale Fortschritte, die jedoch zu wenig wahrgenommen würden. Damit soll jetzt Schluss sein. Sein Leitgedanke: Nur wer an eine positive Zukunft glaubt, kann sie auch gestalten.

Den ganzen Podcast zur Folge „Österreich zwischen Wut und Mut“ können Sie hier anhören:

Oder hier als Video-Podcast streamen:

Alle Folgen von „Message Macht Medien“ können Sie jetzt auch auf allen gängigen Podcast-Plattformen und natürlich auf krone.at/podcast anhören. Oder auf krone.tv – immer am Donnerstag um 21.15 Uhr anschauen!

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