Die Post bringt allen was, im Falle des Linzers Manfred H. klingt der Satz jedoch wie blanker Hohn. Der 73-Jährige, seines Zeichens passionierter Sammler von Briefmarken aller Art, muss sich nun schon seit 2024 mit der Post herumschlagen, nachdem wertvolle Marken am Postweg verloren gingen.
Dass der Postweg manchmal etwas länger ist, als man erwartet, ist ja bekannt. Doch dieser Streit zieht sich nun schon seit fast zwei Jahren. Und das kam so: Der Linzer Manfred H. (73) ist ein passionierter Briefmarkensammler. Und um den Wert seiner Sammlung im Blick zu haben, schickt er seine Stücke immer wieder einmal nach Wien, um sie schätzen zu lassen.
50 Euro Entschädigung angeboten
Das machte er über den Postweg und das schon viele Jahrzehnte lang. Doch 2024 ging eine Sendung mit Marken im Wert von rund tausend Euro verloren. Und damit fing der Ärger erst an. Denn Manfred H. hatte die Marken – wie immer – in einem Post-Express-Brief versandt. Die Post wollte das nicht gelten lassen. Weil seine Marken aus den 30er-Jahren angeblich Antiquitäten seien, hätte er sie mit einem anderen – teureren – Tarif schicken müssen. Man bot dem Linzer 50 Euro Entschädigung an.
Es kann doch nicht sein, dass die Post einen langjährigen Kunden und Briefmarkensammler so behandelt. Das kann man doch auch anders lösen.
Der verärgerte Sammler
Post beharrt auf Standpunkt
Doch Manfred H. wollte sich das nicht gefallen lassen. Er schaltete schließlich sogar die Rundfunk- und Telekom-Regulierungs-GmbH (RTR), die ihm recht gab, ein. Die Post aber beharrte auf ihrem Standpunkt. „Jetzt gibt es einen Prozess in Wien. Die Richterin kann mein Anliegen nachvollziehen“, erzählt der Linzer. Doch die Post schaltet wieder auf stur. „Ich habe 100 Euro geltend gemacht für Ausgaben und Spesen. Das muss ich jetzt dem Gericht vorlegen und dafür extra nach Wien fahren“, wundert sich der standhafte Linzer Pensionist über das Beharren der Post.
„Es kann doch nicht sein, dass die Post einen langjährigen Kunden und Briefmarkensammler so behandelt. Das kann man doch auch anders lösen“, sagt er. Die Post meint zu der ganzen Angelegenheit auf Nachfrage der „Krone“: „Die Richterin hat außerdem angeregt, dass beide Parteien vor der nächsten Tagsatzung das Gespräch miteinander suchen sollen – was wir auch tun werden. Mehr können wir zum jetzigen Stand nicht sagen.“ Zeit für ein Gespräch hat man noch, der nächste Termin ist für den 4. Mai angesetzt. Es bleibt spannend.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.