Nummer-eins-Album in den deutschen Charts, ESC-Teilnahme und ausverkaufte Hallen: Mit ihrem Dark Rock begeistern die Hamburger Lord Of The Lost seit 20 Jahren eine immer größe werdende Fanbase. Vor ihrem Auftritt unlängst in der Wiener Simm City sprach Frontmann Chris Harms mit uns über den Abschluss der „Opvs Noir“-Albumtrilogie, warum ihr organisches Wachstum überlebenswichtig war und warum Grenzen zum Einreißen da sind.
„Krone“: Chris, mit dem Album „Opvs Noir, Vol. 3“ schließt ihr nun den Veröffentlichungszyklus ab, der im August 2025 mit Teil eins begann. Drei Alben, die ein ganzes Kapitel einschließen. Bist du in erster Linie erleichtert, dass nun alles fertig und auch in der Öffentlichkeit ist?
Chris Harms: Abgeschlossen ist das Projekt für mich schon lange, seit ca. einem Jahr, wo die Musik dazu fertig war. Ich würde das Gefühl nicht Erleichterung, sondern eher Zufriedenheit nennen, die sich dann einstellt, wenn man weiß, die Musik ist bei allen Leuten da draußen angekommen. Man hat das Gefühl, etwas komplettiert zu haben. Erleichterung fühlt man eher, wenn man vorher unangenehm angespannt ist und das war nie der Fall. Ich stehe auch nach wie vor zu der Entscheidung, das Album auf drei Teile aufgesplittet zu haben, weil unweigerlich viel untergeht, wenn man 33 Songs auf einmal rausbringt.
Da würden unter Garantie einige völlig verpuffen.
Eben, und so konnten wir das Projekt länger am Leben erhalten. Ein bisschen so wie in den 70er- und 80er-Jahren, wo Musik noch länger atmen durfte. In der digitalen Welt heute ist es so, dass das gesamte Marketing vor der Albumveröffentlichung passiert und danach eigentlich nichts mehr. Das ist sehr schade.
Während es für die Fans drei Alben sind, die zusammenhängen, ist „Opvs Noir“ für dich ein großes Werk. Das Opus Magnum von Lord Of The Lost?
Der Begriff Opus Magnum kommt von außen, aber wenn die Menschen das als Gesamtwerk so betrachten, dann ist das okay. Wikipedia wird „Opvs Noir“ in drei Teile aufteilen, für uns ist es tatsächlich ein großes Produkt. Wir haben bei Teil eins bewusst eine Sammler-Edition rausgebracht, wo Platz für CD zwei und drei ist und auch schon die Texte der Songs von allen drei Teilen abgedruckt waren. Die Leute hatten also bereits den Teaser und konnten sich einen inhaltlichen Reim auf alles noch Kommende machen.
Die drei Alben klingen sehr unterschiedlich und zeigen verschiedene Facetten eurer Musik auf. Ist „Opvs Noir“ eine Zusammenstellung aller Gedanken und Emotionen aus einem bestimmten Zeitraum?
Es sind keine drei Musikrichtungen auf den drei Alben, aber, so wie wir als Band an sich, sind die Alben sehr bunt. Das sind keine Ideen aus den letzten 20 Jahren. Wir haben bewusst eine Reise nach innen gemacht, die Kellertür zur eigenen Gefühlswelt und zur Seele geöffnet. Diese dunklen Orte besucht, die aber nicht unbedingt immer schlecht oder böse sein müssen, sondern manchmal auch guttun. Dunkelheit kann auch Stille, Ruhe und Erholung bedeuten. Das Abschotten vom Lärm der Welt im übertragenen Sinne. Beim Schreiben haben wir gesehen, dass es in dieser Dunkelheit viel mehr zu entdecken gibt als die üblichen drei, vier Themen, die man damit assoziiert. Wir hätten wohl auch keine 33 Songs übers Glücklichsein schreiben können, dafür hat diese Emotion für mich zu wenig Facetten.
Weist die Dunkelheit so viel mehr emotionale und inhaltliche Schichten auf?
Viel mehr, weil man sich auch um die Dinge in einem kümmert, die man vielleicht lange versteckt oder verborgen hat. Das Album „Blood & Glitter“ aus 2022 hat sich sehr mit der Außenwelt beschäftigt, mit Politik und Gesellschaft. Die Ansprache war direkt. Fast wie Straßensprache, viel weniger mystisch und philosophisch. „Opvs Noir“ ist die Einkehr. Der Spiegel wird nach innen gerichtet, um von dort über unsere Außenwelt zu berichten.
„Blood & Glitter“ landete am Ende sogar auf Platz eins der deutschen Albumcharts. Das schaffen nicht viele Bands. War das ein erreichtes Ziel, dass das Setzen neuer Ziele erschwerte?
Eine Karriere besteht neben der künstlerischen Entwicklung unweigerlich auch aus messbaren Dingen wie monetären Erfolgen oder Chartplatzierungen. Höher als eins geht es nicht mehr, man wird fortan immer an diesem Erfolg gemessen. Man möchte wieder gerne dort hin, hat dieses Ziel aber zumindest einmal geschafft. Eine Nummer eins war aber nie das große Ziel. So etwas ist cool, genauso wie ausverkaufte Hallen, aber all das darf die künstlerische Verwirklichung nie überstrahlen. Wir treffen nach wie vor jede Entscheidung wie eine Hobbyband. Bei künstlerischen Dingen wollen wir Spaß haben und man sollte sich nie schämen für das, was man tut. Aber was sind schon Ziele? Wir waren zweimal mit Iron Maiden auf Tour, das war auch unglaublich. Was kommt nach solchen Dingen? Vielleicht mal eine erste Stadionshow. Daran arbeitet man länger als an einem Nummer-eins-Album.
So bleibt aber immer etwas, worauf man neu hinarbeiten kann …
Es gibt immer etwas. Selbst die ganz Großen da draußen haben immer neue Ziele, die sie noch erreichen möchten und können.
Im Großen und Ganzen ist eure 20-jährige Bandhistorie aber eine einzige Erfolgsgeschichte, die sich immer noch weiterschreibt. War es leicht für dich persönlich, mit den Erfolgen mitzuwachsen?
Das Eichhörnchen klopft bei uns mühsam und langsam. Wir haben alles in einer Geschwindigkeit erreicht, die es uns ermöglicht hat, gesund mitzuwachsen. Natürlich gab es Höhepunkte wie den ESC oder die Touren mit Iron Maiden, aber da waren wir auch schon erfahren genug und sind nicht als komplette Newcomer reingestolpert, die von den großen Wellen und neuen Eindrücken erschlagen wurden. Wir hatten immer ein sehr organisches Wachstum und das ist auch das einzige nachhaltige Wachstum. Viele Bands, die schnell nach oben schießen, haben dann auch keine Fans, die mitwachsen. Sie verschwinden dementsprechend schnell wieder. Wächst man organisch, ist auch die Fallhöhe gering. Dann ist es leichter, sich von einem Tief wieder aufzuraffen und neu zu wachsen.
Stichwort ESC alias Song Contest – viele Musiker würden behaupten, wenn man dort als bereits bekannter Act mitmacht, könnte man ohnehin nur verlieren. Das habt ihr offenbar anders gesehen.
Es gibt halt einen Gewinner und 35 Verlierer, wenn man es so sieht. Ich finde es schwierig, den Song Contest nur als Wettbewerb zu begreifen. Unterm Strich ist es für mich eine Unterhaltungssendung, bei der es um Musik geht und die den Rahmen eines Wettbewerbs hat. Natürlich will man gewinnen, aber Musik ist kein Sport, kein messbarer Wettbewerb und so haben wir das auch nie gesehen. Wir hatten riesigen Spaß, obwohl wir letzter geworden sind, was für Deutschland ja nicht ungewöhnlich ist. Es war megageil und wir würden es jederzeit wieder machen. Kurz vor dem ESC hatten wir das Nummer-eins-Album und waren mit Maiden auf Tour – das ist also dann genau die Fallhöhe, die ich angesprochen habe. Wir haben eher mit unserer Delegation gelitten und dem deutschen Fernsehen, denn die müssen auch bei Misserfolg weitersegeln, während sich das Kapitel für uns nach dem Finale sofort wieder schloss. Wir sind für die Musik da und wollen ein Land musikalisch gut präsentieren und eine möglichst gute Platzierung erreichen. Aber die Delegierten wollen natürlich gewinnen.
Der ESC ist für eine Rockband wie euch auch musikalisch eine ganz andere Welt. Harte Musik ist dort immer wieder vertreten, aber stets die große Ausnahme.
Leider und ich bin froh, dass sich der ESC wieder mehr öffnet, denn ist es ja auch der Eurovision Song Contest und nicht der Eurovision Pop Contest. Ich bin sehr froh, dass alles langsam aber doch offener wird. Da geht es auch nicht nur um Rock und Metal, sondern auch um Hip-Hop und alternativere, elektronische Projekte, die mir dort fehlen. Der ESC war über viele Jahre lang sehr folkloristisch, poppig oder schlageresk.
ESC-Künstler sind auch für immer miteinander verbunden. Habt ihr dieses Gefühl auch?
Wir haben bei unserer Teilnahme wirklich viele Freunde kennengelernt. Gar nicht nur unter den Künstlern selbst, sondern in der gesamten ESC-Community. Auch was deutsche und österreichische Fanmagazine und Webzines angeht - da bleibt man verbunden. In diversen ESC-Fanclubs wurden wir Ehrenmitglieder und so werden wir nach wie vor zu diversen Expertenrunden eingeladen, was uns großen Spaß macht. Einmal ESC, immer ESC. Für mich war das die Erfüllung eines Kindheitstraums. Ich habe ihn als Fünfjähriger das erste Mal gesehen. Ich kann mich heute an keine Details mehr erinnern, aber ich habe ihn mit meinen Eltern seither jedes Jahr angeschaut.
Seid ihr als Band in irgendeiner Art und Weise auch beim Song Contest in Wien beteiligt?
Nein, leider. Wir hätten total gerne ein kleines Akustik-Set gespielt am Finaltag, aber ich musste ehrlicherweise auch mal wo Urlaub einbauen. Der ESC findet eine Woche nach dem Ende unserer Europatour statt, eigentlich unserer Welttournee. Irgendwo müssen wir auch mal auf die Bremse steigen.
Euer Workload als Band ist unglaublich. Die viele Musik, die in kurzer Zeit erscheint. Ständig Tourneen und Festivals. Gibt es in deinem Leben auch einen Ausgleich zu all dem? Momente, wo du die Batterien wieder aufladen kannst?
Wir machen heuer von der Festivalsaison bis zur Festivalsaison 2027 tatsächlich ein ganzes Jahr Tourpause. Ich finde aber auch dazwischen Ausgleich in der Musik. Da habe ich aus Spaß mein Solodebüt, ein 80er-Jahre-Elektronik-Soloalbum produziert, obwohl die Fans selbst schon meinten, ich sollte mich mal ausruhen. Aber für mich war das entspannend. Die Musik ist ja auch mein Job und dient dem Geldverdienen, aber das Soloprojekt habe ich ganz anders wahrgenommen, ich hatte einfach Lust darauf. Zudem habe ich einen Sohn, der bald 15 wird und ich verbringe so viel Zeit wie möglich mit ihm, bevor ich dann uncool werde. Das gehört zum Leben dazu.
Bis die Pubertät vorbei ist und sich das Vater-Sohn-Verhältnis wieder normalisiert.
Noch bin ich cool, vielleicht werde ich es später wieder. Ich bin nicht auf der Suche nach irgendwelchen anderen interessanten Hobbys, ich bin so schon gut genug ausgelastet. Ich mache noch gerne Kampfsport als körperlichen Ausgleich.
Der Ausflug in die Solowelt war also ein einmaliger oder kannst du dir da mehr vorstellen?
Ich werde tatsächlich ein zweites Album machen, weil ich Lust darauf habe. Aber ganz ohne Druck. Ich bin nicht an irgendwelche Deadlines gebunden und arbeite so, wie ich Lust und Zeit habe. Das Schöne an einem Projekt, dass man unter seinem eigenen Namen macht, ist, dass man machen kann, was man will. So wie das 80er-Electro-Album kann auch mal ein deutschsprachiges Liedermacheralbum kommen. Alles ist möglich.
Siehst du dich dahingehen in musikalische Territorien vorstoßen, an die deine Fans noch nicht einmal denken würden?
Es gibt schon auch Musikrichtungen, die ich auf den Tod nicht ausstehen kann. Ich mag etwa keine deutsche Volksmusik, also diese „Uffta-Uffta-Blasmusik“. Auch mit Reggae und Jazz fange ich nichts an. Abseits davon ist fast alles möglich.
Du hast vorher das Wort „bunt“ verwendet. Das ist für eine als Dark-Rock-Band wie Lord Of The Lost schon an sich ein Paradoxon. Aber wenn man dich kennt, kennt man auch deine Popliebe und das etwa Roxette für dich schon früh extrem prägend waren.
Wir sind dunkelbunt, quasi der Farbklecks in dieser Welt. Ich meine den Ausdruck bunt in einer norddeutschen Version als vielseitig. Bei uns daheim in Hamburg wird der Begriff vor allem dafür verwendet und nicht im Sinne von farbenfroh. Bei Lord Of The Lost ist der künstlerische Rahmen weit gespannt, was mir sehr gefällt. Ich mochte schon immer Acts und Bands, wo man anhand eines Fotos erkennt, in welcher Ära sie gerade waren und wo nicht alles gleich klingt. Es gibt viele Bands, die es glücklich macht, immer dasselbe zu machen und das ist auch legitim, aber ich kreiere lieber jedes Mal eine neue Welt. Für die anderen, aber auch für mich selbst. Ich denke in Bildern und will, dass ein Album in einer bestimmten Welt lebt – das hat viel mit Fantasie zu tun.
Fällt es dir leicht, in alte, vergangene Welten zurückzugehen und diese Songs von damals bei Konzerten noch mal aufzufrischen, obwohl du selbst in der Gegenwart schon ganz woanders bist?
Das fällt mir nicht schwer. Live ist das Gefühl ohnehin immer ein bisschen anders, da dominiert die Kommunikation mit dem Publikum. Es ist ein Geben und Nehmen. Die Energie kommt nicht nur von der Bühne, sondern schwappt auch zurück. Die Dramaturgie einer Setlist ist aber wichtig, da muss man aufpassen. Fünf, sechs dunkle Songs aneinanderzureihen und dann einen Partyblock zu machen, das ist nicht zu klug. Ständig abzuwechseln irritiert die Leute aber auch. Jede gute Band bewegt sich durch verschiedene Stimmungen und ich finde mich da leicht rein. Das ist so, als würde man mit der Familie ein Fotoalbum durchblättern. Man lacht über seine eigene lustige Frisur von damals, erkennt sich aber immer noch wieder.
Wird „Opvs Noir“ auch einmal als Monumentalwerk mit allen 33 Songs in seiner vollen Pracht live gespielt werden?
Das würde ich total gerne machen, aber das „Problem“ dabei ist, dass wir so viele Gäste auf dem Album haben und diese Duette ohne sie nicht funktionieren. Dass wir alle Gäste an einem Tag versammeln können ist eigentlich unmöglich und außerdem wären alle Songs zusammen mit Ansagen dazwischen rund 150 Minuten Konzert.
Das hätte dann fast schon Dimensionen eines Bruce Springsteen …
So eine dreistündige Show wäre nett, aber man hat letzten Sommer bei Guns N‘ Roses gesehen, dass dieses Vorhaben nicht immer gut endet. Unterm Strich muss man bei solchen Plänen ein bisschen vorsichtig sein.
Die Gäste kommen aus allen musikalischen Ecken und aller Herren Länder. Chris Harms ruft einfach und sie alle kommen bereitwillig?
Ganz und gar nicht. Viele haben auch abgesagt, aber darüber wird dann nicht mehr gesprochen. Es gibt sicher eine Liste mit Personen, die keine Lust oder Zeit hatten und ähnlich lang ist als jene mit unseren Gästen. Oft stehen auch irgendwelche Plattenfirmen und Managements im Weg, weil nicht jeder Künstler in seiner Entscheidung frei ist. Dabei sind aber tatsächlich viele Wegbegleiter, die wir länger kennen. Manchmal war es ein Griff nach den Sternen und es hat geklappt. Ich wollte schon immer was mit Within Temptation machen. Also fragt man einfach an und in dem Fall hat es geklappt.
Einfach zu fragen ist oft die beste Lösung. Der dritte und letzte Teil endet mit dem orchestrierten, fast schon James-Bond-Soundtrackartigen „The Days Of Our Lives“. Das klingt nach Abschied und Zäsur. Pessimistische Fans vermuten damit gar den Schwanensang von Lord Of The Lost.
Natürlich ist das nicht das Ende der Band, aber wir wollten ein bisschen mit diesem Gefühl kokettieren. Der Song klingt eher wie ein Abspann zu einem langen Kinofilm. Alles ist orchestral und elektronisch und darüber liegt meine Stimme – so ist der Song deutlich vom Bandkontext entrückt und klingt wie Abspannmusik. Wir wollten, dass man bei diesem Gefühl zum Nachdenken kommt, ob es das war mit der Band oder der Welt im Allgemeinen. Wir enden auf dem Album nicht hoffnungsvoll, haben aber keinerlei Pläne, das Bandkapitel zu schließen. Das Album endet viel mehr mit drei Punkten …
In welchem Zeitraum sind all diese 33 Songs entstanden und haben sich während des Schaffensprozesses auch die Stimmungslagen verändert?
Wir hatten nie an eine Trilogie gedacht, sondern irgendwann zu viele Songs. Das Songwriting dafür fing im Jänner 2024 an und endete im Dezember desselben Jahres. Ein paar Songideen haben wir noch von älteren Alben genommen, weil sie besser gepasst haben. Aufgenommen haben wir von Ende 2024 bis in den Frühling 2025 und erst dann haben wir die Reihenfolge bestimmt. Das hatte aber weniger mit Stimmungen zu tun, sondern mehr mit einer guten Dramaturgie. Ein Album ist wie ein Kinofilm für die Ohren und wenn man drei Teile hat, muss sich alles möglichst gut anfühlen. Der erste Teil muss die Essenz der Band zeigen und ist daher am wenigsten experimentell. Wenn du eine Superheldengeschichte erzählst, willst du erst einmal den Superhelden sehen. Im zweiten Teil zeigst du weitere Charaktere und im dritten vielleicht eine andere Welt. So haben wir die Musik gedacht.
Es stand also eine Art Grundkonzept fest, von dem aus man sich weit und breit bewegen konnte?
Anfangs haben wir die Songs genommen, bei denen wir das Gefühl hatten, dass sie am eindeutigsten zum Konzept von „Opvs Noir“ passen und die auch am meisten Dunkelheit versprühen.
Nach so einen Monumentalwerk ist wohl auch ein bisschen die Lust draußen, könnte ich mir vorstellen. Oder geht es kreativ gleich nahtlos weiter?
Nein, die Luft ist auf jeden Fall draußen, aber du darfst eben nicht vergessen, dass die letzten Songs schon Ende 2024, vor fast eineinhalb Jahren geschrieben wurden. Seit Ende der Produktion ist schon ein Jahr ins Land gezogen und wir wissen genau, was wir als nächstes machen. Die Pause wird auch nur eine Livepause. Einige von uns werden sicher mal längere Reisen unternehmen oder mehr Zeit für ihre Familien haben, aber es ist keine klassische Bandpause. Die Räder drehen sich weiter.
Hat sich die Bedeutung von Lord Of The Lost für dich über die Jahre verändert?
Inzwischen ist die Band mein Hauptjob und dadurch bekommt sie eine andere Gewichtung. Es ist nicht mehr das coole Hobby, wo es egal wäre, wenn man keine Lust mehr darauf hat, weil eine ganz andere Form der Verantwortung da ist. Wenn man damit seine Familie ernährt, dann ist aus dem Hobby ein maßgebliches Ding geworden, das man dementsprechend ernst nimmt. Rein persönlich ist mir die Band aber nicht mehr oder weniger wichtig. Es ist nach wie vor ein Herzensprojekt, das ich mit voller Liebe betreue.
Hat es Auswirkungen auf die Kreativität, wenn aus dem Wollen bei einer Band irgendwann ein Müssen wird?
Das kann ich nicht sagen, weil wir – zum Glück – bislang noch nie eine Schreibblockade hatten. Der Punkt, an dem mir wirklich gar nichts mehr einfiel, ist noch nie gekommen. Wir haben meist mehr Ideen als wir überhaupt umsetzen können, aber das liegt auch daran, dass Lord Of The Lost keine One-Man-Show ist, sondern viele kreative Köpfe mitarbeiten. Wenn einer mal eine schwache Phase hat, wird er von vielen anderen aufgefangen.
Und du trägst die Verantwortung für das ganze Team.
Ich bin sozusagen der Projektleiter. Das ist mein Hauptjob und nicht jener des Sängers, wenn man so will.
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