Die Aufregung am Attersee in Oberösterreich ist groß: Dort wird die Bevölkerung derzeit per Flugblatt aufgefordert, Landwirte bei der Polizei anzuzeigen. Offenbar fühlt sich der Verfasser des Schreibens vom Lärm abendlicher und nächtlicher Arbeiten gestört ...
Tatsächlich fordert der Verfasser des Flugblatts die Menschen entlang der großen Felder in Schörfling am Attersee dazu auf, bei der Polizei Anzeige zu erstatten oder sich bei der Gemeinde zu beschweren. Die Person schreibt: „Liebe Nachbarn, habt ihr euch auch über den Lärm, Scheinwerfer und Drehlichter und die nächtlichen Ruhestörungen bis teilweise 2 Uhr früh in den letzten Tagen geärgert?“ Garniert ist das Flugblatt mit einer Aufnahme, die ein landwirtschaftliches Gefährt bei der nächtlichen Arbeit zeigt.
Als die junge Mama Sabrina R. (33) am Montag ihre Post aus dem Briefkasten holte, hatte sie plötzlich das Flugblatt in der Hand. Die Schörflingerin ärgert sich über den Aufruf, die Bauern anzuzeigen, maßlos. Im Gespräch mit der „Krone“ sagt sie: „Offenbar wissen manche Menschen nicht, dass Erntearbeiten nicht nach Wunsch, sondern nach Wetter, Reifegrad der Pflanzen und oft sehr engen Zeitfenstern erfolgen.“
„Gemäht wird, wenn es schön ist“: Das ist ein Leitspruch in der Landwirtschaft, dem fleißige Bauern folgen. Für sie bedeutet das oft eine enorme Last. Neben der Arbeit am Hof müssen die Felder bearbeitet werden, oft bis spät in die Nacht hinein, um mit der Arbeit zusammenzukommen.
Um einen bösen Scherz handelt es sich hier keinesfalls, denn bei der örtlichen Polizei ist bekannt, dass diese Flugblätter tatsächlich kursieren. Aus der Landespolizeidirektion in Linz heißt es aber: „Es gibt bisher keine einzige Anzeige.“
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