Beschwerden vor Crash

Buslenker fuhr „zu schnell und rücksichtslos“

Ausland
02.06.2026 11:36

Auch eine Woche nach dem Zusammenstoß eines Zuges mit einem Kleintransporter, bei dem zwei Schüler, der Buslenker und eine Begleiterin getötet wurden, herrscht Fassungslosigkeit in der flämischen Stadt Buggenhout. Nun geraten Behörden und das Busunternehmen zunehmend in den Fokus, denn es soll mehrere Beschwerden gegen den Chauffeur wegen rücksichtsloses Fahrens gegeben haben. Medienberichten zufolge wollte man den Mann gar von seinem Posten entfernen.

Kollegen und Begleiter hatten laut einem Bericht der Tageszeitung „De Morgen“ wiederholt auf das riskante Fahrverhalten des Fahrers hingewiesen. Demnach soll der Mann während der Fahrten häufig zu schnell gefahren sein, sein Handy benutzt und sich allgemein unsicher im Straßenverkehr verhalten haben. Dem Vernehmen nach sollen sich manche Kinder wegen der Fahrweise des Fahrers im Bus übergeben haben. Einige Begleiter und Schüler „hatten Angst“ vor Fahrten mit dem 49-Jährigen.

Bewohner von Buggenhout und Angehörige der Opfer halten am Unfallort Mahnwache mit weißen ...
Bewohner von Buggenhout und Angehörige der Opfer halten am Unfallort Mahnwache mit weißen Luftballons.(Bild: AFP/NICOLAS MAETERLINCK)

Provinzverwaltung forderte Absetzung des Chauffeurs
Auch die Provinzverwaltung habe nach Einlangen mehrerer Beschwerden gefordert, den Fahrer „von der Strecke zu nehmen“. Trotzdem sei wegen Personalmangels offenbar nichts passiert. Auf einer Pressekonferenz in der Vorwoche wurde erklärt, dass der 49-Jährige keine Vorstrafen gehabt habe. Die regionale flämische Verkehrsgesellschaft De Lijn gab lediglich zwei kleinere Geschwindigkeitsübertretungen in 30-er-Zonen als Vergehen an.

Beschwerden hatten offenbar auch jene Schule für Kinder mit Sonderbedarf erreicht, wohin der verunglückte Schulbus unterwegs war. Die Direktorin der Bildungseinrichtung wollte gegenüber „De Morgen“ die Berichte über Beschwerden nicht offiziell bestätigen. Sie versicherte lediglich, dass „alle Meldungen an den Arbeitgeber des Fahrers weitergeleitet werden“. Jolien Roef warnte auch vor „voreiligen Schlüssen“. Denn „einige Angaben“ seien unwahr.

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