Ruinieren das Geschäft
China kämpft gegen illegale „Geister-Restaurants“
In China gibt es eine Vielzahl an Lieferdiensten, über die billiges Essen verkauft wird. Doch einige der Restaurants, bei denen man vermeintlich bestellt, gibt es gar nicht. Tatsächlich werden die Speisen oft in Wohnhäusern unter unhygienischen Standards zubereitet. Jetzt geht die Regierung gegen das illegale Geschäft vor.
In China haben sich im vergangenen Jahr immer mehr „Geisterrestaurants“ verbreitet, die keine Gasträume besitzen und denen unhygienische Zustände und die Umgehung von Lebensmittelsicherheitsvorschriften vorgeworfen werden. Online geben sie sich als reguläre Restaurants aus.
Strengere Auflagen ab jetzt
Am 1. Juni sind deshalb neue Regeln in Kraft getreten, die das Geschäft besser regulieren sollen. So müssen Apps ab jetzt die Lizenzen und Adressen von Restaurants überprüfen. Händler müssen sicherstellen, dass der Online-Eintrag mit dem physischen Geschäft übereinstimmt und angeben, ob sie Speisen vor Ort anbieten.
Gefälschte Gewerbescheine und Fake-Filialen
Das illegale Geschäft ist aufgeflogen, nachdem ein Mann in Peking im vergangenen Jahr eine Torte bei einer vermeintlich renommierten Bäckerei-Kette gekauft hatte. Bestellt hatte er auf einer Delivery-App. Als der Kuchen ankam, war er absolut ungenießbar, woraufhin sich der Käufer beschwerte. Die Behörden stellten fest, dass die Kuchenkette, bei der er bestellt hatte, auf großen E-Commerce-Plattformen fast 380 Standorte angab, aber keine einzige Filiale besaß. Ihre Online-Shops sollen zudem gefälschte Gewerbescheine verwendet haben.
Behörden deckten illegale Lieferketten auf
Zudem stellte sich heraus, dass die Kette Bestellungen entgegennahm, die dann an eine andere Plattform weitergeleitet wurden. Von dort aus wurden die Anfragen an verschiedene Drittanbieter ausgelagert – je nachdem, wer das niedrigste Angebot gemacht hatte. Das scheint eine beliebte Taktik der „Geisterrestaurants“ zu sein. Insgesamt haben die Behörden 3,6 Millionen Kuchenbestellungen über zwei Bestellplattformen festgestellt, wie die „BBC“ berichtete.
Delivery-Fahrer arbeiten für Hungerlohn
Insgesamt wurden 67.000 „Geister-Küchen“ in sieben der großen Food-Delivery-Apps registriert. Der Online-Lebensmittelliefermarkt ist in China ein hart umkämpfter Markt. Die Hauptlast der immer schnelleren Lieferdienste tragen die Fahrer, die unter enormem Druck stehen und für einen Hungerlohn enge Lieferfristen einhalten müssen. Jetzt drohen den Plattformen Geldstrafen in Höhe des Ein- bis Zehnfachen ihres Jahresumsatzes, wenn sie gegen die Richtlinien verstoßen.
„Geister-Lokale“ auch in Österreich
Auch in Österreich gibt es ein ähnliches Phänomen: Seit der Corona-Pandemie haben sich etwa in Kärnten vermehrt „Ghost Kitchens“ aufgetan. Weil sich ab März 2020 zahlreiche Gastronomie-Betriebe das Personal und die Räumlichkeiten nicht mehr leisten konnten, haben sie begonnen, ausschließlich für Bestelldienste zu kochen. Im Gegensatz zu den Geister-Lokalen in China steckt hierzulande aber kein illegales Geschäft dahinter. Vor einigen Jahren wurde jedoch aufgedeckt, dass auch über den Lieferdienst „mjam“ (heute „Foodora“) Essen aus „Geisterküchen“ geliefert wurde. Dass es die Restaurants teilweise nicht gab, wurde verschwiegen.









Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.