Eines der wichtigsten Symbole der Osterzeit ist sicherlich das Ei – doch auch in der Kunst muss man gar nicht lange herumeiern, bis man es findet. Ein kleiner Ei(n)blick in bekannte Werke.
Das Ei zu Ostern trägt eine wichtige Symbolik in sich. Die leblose, kalte Schale außen verkörpert den Tod – doch im Inneren steckt Leben, die Auferstehung. Auch in der Kunst war das Ei schon immer mehr als nur harte Schale, weicher Kern. Es steht für die Perfektion der Form, Fruchtbarkeit, die Entwicklung und den Beginn eines neuen Lebens. Aber auch für Zerbrechlichkeit und Verlust. Zu den bekanntesten Eiern zählen sicherlich die prunkvollen Kreationen von Peter Carl Fabergé, die er auf Bestellung von Alexander III. als Ostergeschenke schuf. Doch damit ist die Eiersuche noch lange nicht vorbei.
Ein eher unheimliches Exemplar findet sich in Wien auf dem Weltgerichtstriptychon von Hieronymus Bosch (ca. 1490-1510). Inmitten seiner Dämonen und Kreaturen tummelt sich ein Kopffüßler, der einem Ei zu entschlüpfen scheint (zu sehen auch am Ostermontag in der Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste).
Für den Surrealisten Salvador Dalí (1904-1982) war das Ei ein zentrales Motiv. Nicht nur in seinen Bildern, er schmückte damit auch die Fassade seines Hauses in Portlligat – als Metapher für Geborgenheit, Liebe, Hoffnung und eine sich ständig weiterentwickelnde Zukunft.
Der rumänische Bildhauer Constantin Brâncuși formte nach dem Ei gleich mehrere Skulpturen. Mit „La Nouveau-Né II“ (1927) stellt er nicht das Neugeborene an sich dar, sondern das Ei als Urform des Lebens. Zurzeit zu sehen in der Neuen Nationalgalerie Berlin.
Arne Jacobsen machte 1958 aus dem Ei einen Designklassiker: den „Egg Chair“, ein Sessel, der den Sitzenden wie eine schützende Schale umgibt.
Insgesamt zwölf Jahre arbeitete Jeff Koons ab 1994 an seinem Monumentalwerk „Cracked Egg“. Eine zwei Meter hohe technische Meisterleistung aus spiegelpoliertem Edelstahl in Magenta. Das an sich schlichte Objekt wandelt wie bei ihm so oft zwischen Kindheit, Kitsch und großer Kunst.
So lässt sich die Eiersuche auch nach Ostern noch lange fortsetzen . . .
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