Am Osterwochenende widmet sich der Dirigent Tobias Grabher mit seiner Camerata Musica Reno dem Thema Liebe. Mit dabei: Autor und Erzähler Michael Köhlmeier. Das Programm geht im Bregenzer Theater Kosmos über die Bühne.
Kronenzeitung: Herr Grabher, in Ihren Konzerten wird die Musik mit literarischen Themen verbunden. Wie entstehen Ihre Programme, wie ist der Ablauf?
Tobias Grabher: Seit einiger Zeit verbindet mich mit Michael Köhlmeier eine schöne künstlerische Freundschaft. In stundenlangen Gesprächen schält sich ein Leitgedanke heraus, der meist von ihm kommt. In der Folge erzähle ich ihm über die Musik, die dazu passen würde. Das aktuelle Programm halte ich für dramaturgisch besonders gelungen. Da erzählt zum Beispiel Michael Köhlmeier die Geschichte von Romeo und Julia und wir spielen dann Musik von Bellini und Gounod, denn von den beiden Komponisten gibt es Opern mit diesem Inhalt. Oder es kommt zu Odysseus und Penelope die Jagdmusik aus der Oper „Les Troyens“ von Berlioz. Eine besondere Musik, die man selten hört. Ein echtes Juwel!
Woher kommen die Musiker der Camerata Musica Reno?
Die meistern stammen aus Vorarlberg. Sie haben dann studiert zwischen Zürich, München, Salzburg und Wien. Unser Orchester ist ein schönes Projekt, um diese Leute ins Land zurückzuholen. Diese Musiker sind meist am Ende ihres Studiums und somit in Hochform.
Wie sieht der finanzielle Aspekt aus?
Dieser ist aktuell eine Herausforderung, denn die Subventionen stagnieren oder werden sogar weniger. Aber ich versichere, dass die Musiker anständig bezahlt werden, was übrigens keine Selbstverständlichkeit ist. Wir sind jung und sehr motiviert, und diese Motivation springt auf die Sponsoren über.
Auch das Publikum zeigt sich begeistert!
Wir sind jetzt schon fast ausverkauft, und das an drei Abenden, allen modernen Möglichkeiten des bequemen Kulturkonsums zum Trotz. Die Atmosphäre, die Energie, die in einem Livekonzert entsteht, ist durch nichts zu ersetzen. Letztlich geht es um eine Begegnung, ein Gemeinschaftserlebnis, und das ist ein gesellschaftlicher Faktor, der nicht hoch genug zu schätzen ist. Ein Teil von einem größeren Ganzen zu sein, übrigens auch als Orchester, ist ein Gegenpol zu der Vereinzelung in der digitalen Welt.
Ist das Orchester Musica Reno auf Dauer angelegt?
Absolut, ja! In unsrer Besetzung gibt es sogar schon eine Art Generationswechsel, denn – Glück und Pech zugleich – unsere Musiker sind so gut, dass sie feste Stellen in großen Orchestern bekommen.
In Ihrem aktuellen Programm findet sich ein ganz berühmtes Werk, das Vorspiel zu „Tristan und Isolde“ von Richard Wagner.
Ein Meilenstein der Musikgeschichte, jeder Ton ein Kunstwerk, und auch eine Herausforderung für unsere nicht allzu große Besetzung. Im Theater Kosmos haben wir den Vorteil, dass das Publikum dem Orchester sehr nahe ist, es sieht sogar von oben auf das Orchester herab. Dazu muss man auch wissen, dass gerade zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts der Orchesterklang immer fetter wurde. Denn die Streicher spielten nicht mehr auf Darmsaiten, sondern auf Stahl, und die Bläser wurden wuchtiger im Klang. Die aktuellen Bestrebungen, Wagner mit den Instrumenten seiner Zeit aufzuführen, ist hoch spannend.
Das Thema des Konzertabends ist die Liebe.
In all der Musik, die wir spielen, kommt das ganze Spektrum der Liebe zum Ausdruck: die nicht erfüllte Liebe, die Enttäuschung, die Erfüllung. Und vor allem die Sehnsucht.
Termine: 4. April, 5. April, 6. April – jeweils um 19.30 Uhr im Theater Kosmos, Shed 8, Bregenz.
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