Auch Autor Robert Schneider hat die Rettungsaktion von Buckelwal „Timmy“ mitverfolgt und macht sich nach dem Ableben des Riesen-Säugers so seine eigenen Gedanken...
Timmy ist tot. Daran besteht kein Zweifel mehr. Der GPS-Sender, der an dem lebensmüden Buckelwal angebracht worden war, bestätigte die traurige Tatsache. Sofort verlautbarte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus in einer dringlich einberufenen Pressekonferenz: „Viele Menschen haben großen Anteil an dem Schicksal des Tieres genommen und gehofft, dass es gelingen würde, den Wal wieder in die Freiheit zu entlassen.“
Dabei hatten Experten den so umstrittenen Transport des schwer kranken und extrem geschwächten Tieres zuvor abgelehnt. Sie hielten dafür, den Meeressäuger in Ruhe sterben zu lassen.
Das wiederum sahen Karin Walter-Mommert (ehemalige Trabrennfahrerin) und Walter Gunz (MediaMarkt) anders. Die beiden Unternehmer, die öffentlich zumeist als „private Initiative zur Rettung von Timmy“ firmierten, nahmen etwa 1,5 Millionen Euro in die Hand – die Kosten des schwimmenden Docks, der Bagger und Saugroboter nicht eingerechnet. Wäre doch gelacht, wenn wir dem Lebenskreislauf mit unserem Hightech-Gerät nicht ein Schnippchen schlagen könnten! Timmy, du wirst, ob du jetzt willst oder nicht, weiterleben!
Dabei hatte der gestrandete Timmy oder „Hope“, wie er auch genannt wurde, einfach nur versucht, vor der deutschen Ostküste den lezten Odem aus den Lungen zu hauchen. Schönes, gemütliches Plätzchen. „Aber man lässt einen einfach nicht in Ruhe sterben!“, wird er sich wohl gedacht haben.
Ich bin ein Walflüsterer, das dürfen Sie mir ruhig glauben. Die letzten akustischen Signale, die Timmy vor der dänischen Insel Anholt von sich gegeben hat, lauten in freier Übersetzung: „Ach, leckt mich alle an der Flosse!“
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