Drohnen mit Jetantrieb
Ukraine: „Brutale Angriffe“ statt Oster-Waffenruhe
Am Karfreitag, dem 1500. Tag der großangelegten Invasion, hat Russland die Ukraine am helllichten Tag mit Hunderten Drohnen und Marschflugkörpern angegriffen. Moskau reagiere „mit brutalen Angriffen“ auf den Vorschlag einer Waffenruhe über Ostern, erklärte Kiew.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte erklärt, Kiew sei bereit für eine Feuerpause über die Osterfeiertage. Ein entsprechendes Angebot habe man vor wenigen Tagen an Moskau übermittelt. Der Kreml teilte jedoch mit, er habe keinen detaillierten Vorschlag erhalten.
Die Ukraine wirft Russland vor, nicht ernsthaft an Frieden interessiert zu sein. Die von den USA vermittelten Gespräche zwischen den beiden Kriegsparteien sind ins Stocken geraten, da die USA mit dem Iran-Krieg beschäftigt sind.
„Terroristisches Russland“
Mit fast 500 Drohnen und Marschflugkörpern habe das „terroristische Russland“ die Ukraine am Freitag angegriffen, schrieb der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha auf Twitter. Man schlage bewusst am helllichten Tag zu – „um möglichst viele zivile Opfer zu treffen und möglichst großen Schaden anzurichten“, fügte der Minister hinzu.
Charkiw unter Dauerbeschuss
In der Hauptstadt Kiew kam bei den Angriffen ein Mensch ums Leben, Landesweit kam es zu Notabschaltungen des Stromnetzes. Besonders hart wurde die ostukrainische Großstadt Charkiw mit Attacken aus der Luft eingedeckt. Die Luftangriffe laufen dort schon mehr als einen Tag. In der Nacht auf Freitag allein habe es vier Raketenangriffe gegeben, so der Militärgouverneur des Gebietes Charkiw, Oleh Synjehubow. Die Polizei berichtete von fünf Verletzten und Schäden an Wohnhäusern und Bürogebäuden.
Schon am Donnerstag griff die russische Armee Charkiw immer wieder mit Kampfdrohnen an. Ukrainische Rettungskräfte sprachen von russischen Drohnen des iranischen Bautyps Shahed mit Jetantrieb – auch bekannt als Geran-2 – der sie weit schneller macht. Deren Flugzeit von Russland bis Charkiw sei so kurz, dass eine Abwehr schwierig sei. Die zweitgrößte Stadt der Ukraine, die vor dem Krieg 1,4 Millionen Einwohner zählte, liegt nur etwa 40 Kilometer von der russischen Grenze entfernt.
„Ständig neue Taktiken“
„Wir sehen, dass der Feind neue Routen, ständig modernisierte Drohnen und neue Taktiken einsetzt“, sagte der ukrainische Luftwaffensprecher Jurij Ihnat im staatlichen Fernsehen. In den vergangenen 24 Stunden habe Russland mehr als 400 Langstreckendrohnen sowie zehn ballistische Raketen abgefeuert. Letztere seien vor allem auf Gebiete nahe der Front gerichtet gewesen. Es ist das zweite Mal in dieser Woche, dass Russland auf einen nächtlichen Drohnenbeschuss schwere Angriffe am Tag folgen lässt.
Ukrainische Drohnen über Russland
Auf russischer Seite teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit, in der Nacht auf Freitag seien 192 ukrainische Drohnen abgefangen worden. Zu Treffern wurde nichts bekannt. Die Flugbahn der ukrainischen Angriffe ließ darauf schließen, dass die russischen Ölexporthäfen am Finnischen Meerbusen bei St. Petersburg erneut ein Ziel waren.










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