Gäbe es die Frauen nicht, würden wir Ostern vielleicht gar nicht feiern. Jesus wäre wohl auch ohne sie auferstanden, nur hätte es womöglich keiner bemerkt. Denn es waren ausschließlich Frauen, die bis zum Tod an seiner Seite standen, das leere Grab entdeckten und Zeuginnen der Auferstehung wurden. Die meisten seiner Apostel hingegen ließen Jesus schon bei seiner Festnahme im Stich, Petrus verleugnete ihn bekanntermaßen dreimal – nur Johannes schaffte es bis unter das Kreuz.
Die bedeutsamste Rolle spielte Maria Magdalena: Sie war die erste, der der Auferstandene erschien – und sie war es, die den Aposteln die frohe Botschaft verkündete. Eine Frau als Zeugin – wahrhaft revolutionär in der patriarchalen Ordnung von einst. Was zum Leben Jesu passt, der Frauen im Gegensatz zu seinen Zeitgenossen stets auf Augenhöhe und mit Respekt begegnete. Ein Feminist der Antike könnte man fast sagen – und das bis über den Tod hinaus.
Das hielt die Kirche jedoch nicht davon ab, über zwei Jahrtausende hinweg die männliche Dominanz sorgfältig zu pflegen. Thomas von Aquin z. B. sah die Frau (frei nach Aristoteles) als „misslungenen Mann“. Wie das die Kirchengeschichte bis heute prägt, ist hinlänglich bekannt. Carel van Schaik, Co-Autor des Bestsellers „Die Wahrheit über Eva“, brachte es auf den Punkt: „Die Religion hat das Patriarchat nicht erfunden, ihm aber den göttlichen Segen erteilt.“
Welch Ironie, dass Frauen das größte Wunder der Christenheit verkündeten – in der katholischen Kirche aber immer noch nicht viel zu sagen haben.
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