Poltern und prosten

Was Gastpatienten-Streit mit Spritzwein zu tun hat

Niederösterreich
05.04.2026 15:00
Porträt von Niederösterreich-Krone
Von Niederösterreich-Krone

Für Patienten aus Niederösterreich sind Spitäler in Wien plötzlich tabu. „Wer ist schuld daran?“, fragt die „Krone“ – und sucht Wege aus der Misere.

Mit dem flapsigen Vorwurf, Niederösterreich sei auf dem „Schnorrer-Trip“, hat der Wiener Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) im Gastpatienten-Streit Öl ins Feuer gegossen. Kein Wunder, dass der bullige Sozialdemokrat in St. Pöltner Regierungskreisen der alleinige Buhmann im seit Monaten schwelenden Konflikt ist.

Roter Stadtrat im Visier
„Hacker hat diese Debatte vom Zaun gebrochen und versucht, das hausgemachte Kostenproblem in seinen Spitälern den Niederösterreichern in die Schuhe zu schieben“, poltert Matthias Zauner, Speerspitze der ÖVP in diesem politischen Kräftemessen. Und stellt klar: „Das werden wir nicht akzeptieren.“

(Bild: Krone Kreativ)

Härtere Worte findet FPÖ-Obmann Udo Landbauer, der die Wiener Vorgangsweise als „bodenlose Frechheit“ bezeichnet. Er fragt, was als Nächstes komme: „Dass Niederösterreicher nicht mehr auf Wiener Straßen fahren dürfen oder vielleicht sogar eine Wien-Einfahrtgebühr bezahlen müssen?“

Und sogar die sonst eher zurückhaltenden Neos haben in der Gastpatienten-Causa einen klaren Schuldigen ausgemacht: „Der Wiener Gesundheitsstadtrat hat die Eskalation angeheizt“, diagnostiziert Gesundheitssprecherin Edith Kollermann.

Zitat Icon

Was kommt als Nächstes? Dass Niederösterreicher nicht mehr auf Wiener Straßen fahren dürfen oder vielleicht sogar eine Wien-Einfahrtgebühr bezahlen müssen?

Udo Landbauier, FPÖ

Keine Wien-Kritik von links
Anders sieht’s im linken Spektrum der heimischen Parteienlandschaft aus. „Die ÖVP lenkt ab vom eigenen Versagen im niederösterreichischen Gesundheitsbereich“, steht für die grüne Gesundheitssprecherin Silvia Moser fest. Und die Roten tun sich schwer, den Wiener Genossen auf die Zehen zu steigen: „Nur mit dem Finger auf andere Bundesländer zu zeigen und die eigenen Hausaufgaben nicht zu erledigen, ist zu wenig“, richtet die SPÖ-Zentrale in St. Pölten der niederösterreichischen Landeskoalition aus.

Hohes Ross & eine Hand
Was wäre aber eine akzeptable Lösung des Gastpatienten-Konflikts? Für die ÖVP ist das ganz klar: „Der überhebliche und überforderte Gesundheitsstadtrat aus Wien muss endlich von seinem hohen Ross heruntersteigen!“

Die FPÖ gibt sich sachlich: „Wien sollte alle Einnahmen und Ausgaben für die Gastpatienten offen auf den Tisch legen.“ Und für die Zukunft: „Das Spitalswesen muss österreichweit vom Gesundheitsministerium geplant werden.“ Ein „Gesundheitssystem aus einer Hand“ – konkret: „Gesundheitsplanung und -finanzierung in Bundeskompetenz“ – sehen auch Neos und Grüne als einzig brauchbare Lösung, um derartige Konflikte zu bereinigen.

Heurigenselige Nostalgie
Auf Verhandlungen mit Wien würde indes die blau-gelbe SPÖ setzen: „Es gilt, eine Lösung für jene Spitalsleistungen zu erzielen, die Niederösterreich nicht bieten kann. Gleichzeitig muss die Eigenversorgung ausgebaut werden.“ Und die Sozialdemokraten schwelgen in heurigenseliger Nostalgie: „Erwin Pröll und Michael Häupl hätten das Problem sicher rasch gelöst.“ Man bringe den Spritzwein ...

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Niederösterreich
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt